Märtyrer stellen. Die beiden schwäbischen Edelleute, welche sich „dieKönige Armleder" nannten, fährten eine Schaar Volkes, die man dieJudenschlttger hieß, durch das Elsaß, über den Rhein biö nach Schwa-ben, überall ein Blutbad unter den Juden dieser Länder anrichtend.
Auch die Tranerzeit des schwarzen Todes ging nicht spurlosan den armen Bacharacher Juden vorüber. Wohl fehlen nähereNotizen, aber eine alte Liste von Marterstätten nennt aus demJahre 1349 auch das alte Bacharach.
Die Leidensgeschichte der kleinen jüdischen Gemeinde war aberdamit noch lange nicht abgeschlossen; gleichwohl erhielt sie sichund blieb ihrem Glanben wie ihren geschichtlichen Traditionentreu. Ja sogar das Studium des Talmud wurde in der kleinenGemeinde eifrig gepflegt, und viele Gelehrte, die später in anderenStädten und in großen Gemeinden, wie Frankfurt, Worms undPrag zu Ehren gelangt sind, stammten aus dem kleinen rheinischenStädtchen, so vor Allem die Familie des gelehrten Rabbinerszu Worms, Abraham Samuel b. Jsak Bacharach, deretwa von 1575 bis 1615 lebte und als ein frommer, gelehrterund edler Mann geschildert wird, der als Rabbiner der Ge-meinde zu Worms eine segensreiche Thätigkeit entfaltete, bis auchihn eine Judenverfolgung am Charfreitag (7. April) des Jahres1615 aus seinem neuen Heim vertrieb. Er flüchtete mit denSeinen nach Gernsheim über den Rhein; dort starb er wenigeWochen später, am 26. Mai desselben Jahres, und wurde aufdem Friedhofe zu Alsbach zur ewigen Ruhe gebettet.
Vgl. über diesen and seinen berühmten Sohn die eben erschienene vor-zügliche Monographie von Professor Dr. David Kanfmann, R. Jair ChajjimBacharach nnd seine Ahnen (Trier 1394), S. 3 ff.