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Heinrich Heine und Der Rabbi von Bacharach
Entstehung
Seite
48
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In dem Seufzer, den Rabbi Abraham beim Eintritt in dieJudcngasse und beim Abschied von dem seltsamen Quartett:Trommelhans und Nasenstern, Jäckel der Narr und Beitel Rinds-kopf ausstößt, liegt der eigene Schmerz des Dichters über dieLage seiner Glaubensgenossen verborgen. Denn auch für seine, sogut wie für die Zeit Rabbi Abrahams und für unsere gilt mitRecht die Klage:^) ^Wie schlecht geschützt ist Israel! FalscheFreunde hüten seine Thore von außen, und drinnen sind seineHüter Narrheit und Furcht!"

Die Frage der In den taufen war, wie ich schon im Ein-gang bemerkte, in jener Zeit eine brennende. Als Heine an seinemRabbi" schrieb, beschäftigte ihn dieselbe nahezu ausschließlich. Wennaber das dritte Capitel dieses Nomanes in der That erst fünfzehnJahre später in Paris geschrieben worden ist, so hat der Dichterauch auf der Sonnenhöhe seines Lebens und fern von dem Um-gang mit alten Freunden und Jngendgenossen genau dieselbenAnsichten über die Taufe und das Judenthum gehabt wie injener Zeit. Es scheint wichtig, dies festzustellen.

Wahre Kernsprüche, merkwürdige Bekenntnisse seiner Liebe undseiner Leiden, begeisterte Apostrophen der Heldenkraft und desMartyriums finden sich gerade in diesem dritten Capitel des Roman-sragments. Die Scene zwischen dem Rabbi und dem Ritter ist indieser Beziehung besonders wichtig.^) Don Isaak gehört bereitsder Brut des Löwen" an, und der Fuchs mag sich wohl hüten,seinen Zorn zu reizen.Wie will der Fuchs den Löwen richten?"So fragt er unmuthig.

2°) ib. 248.

5°) ib. 258 ff.