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Heinrich Heine und Der Rabbi von Bacharach
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Post lief, um dort einen Brief abzuholen, in dem er seine Er-nennung zum Professor erwartete?^) Professor Dr. HeinrichHeine, nicht wahr, das klingt komisch? Und doch ist es vielleicht garnicht so komisch, wie man glaubt, denn in Wahrheit hat Heineviel mehr stndirt und gewußt, als man gemeinhin glauben möchte.Es ist ein albernes Vorurtheil, das ein Kritiker dem anderennachschreibt, Heine habe weder gründliche Kenntnisse, noch dienöthigen wissenschaftlichen Vorbedingungen für eine wissenschaftlicheStellung gehabt. Die biographischen Ermittlungen haben inzwischen zuanderen Resultaten geführt. Namentlich in jungen Jahren widmeteer sich zeitweise mit regem Eifer wissenschaftlichen Arbeiten, undseine große Begabung, sein rasches Erfassen auch der schwierigstenMaterien ermöglichten ihm ein ungleich besseres und tiefer ein-dringendes Verständnis; wissenschaftlicher Grundgedanken als vielenseiner Studiengcuossen und Kritiker. Dies zeigt sich auch imRabbi von Bacharach". Ernste und eifrige Studien hat Heinezu dieser Arbeit gemacht, und wenn wir heute seinen Quellennachgehen, so staunen wir geradezu über den Umfang und dieGewissenhaftigkeit seiner Vorstudien, indem wir zugleich die discreteArt würdigen lernen, mit der er diese Quellen benutzt hat. Erließ sich die Mühe nicht verdrießen,in dem Schmutz alterScharteken zu wühlen". Am meisten zog ihn natürlich die Ge-schichte der spanischen Juden,dieser Blüthentraum der Welt-geschichte", an. Und auf diesem Hintergrunde wollte er seinenRoman aufbauen.

Leider war aber diese Periode, wie überhaupt die ganzejüdische Geschichte und Literatur, damals noch so gut wie unbekannt;

°°) I. XXIV.