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Heinrich Heine und Der Rabbi von Bacharach
Entstehung
Seite
37
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durch das Nachtgebet des „Rabbi" aus ihreu Träumen erwacht.„Da verzog sich plötzlich all das eindringende Dunkel und Grausen,der düstere Vorhang ward vom Himmel fortgerissen, es zeigte sichoben die heilige Stadt Jerusalem mit ihren Thürmcn und Thoren,in goldener Pracht leuchtete der Tempel, ans dem Borhofe des-selben erblickte die schöne Sara ihren Vater in seinem gelbenSabbathschlafrock und vergnügt mit den Angen lachend; aus denrunden Tempelfenstcrn grüßten fröhlich alle ihre Freunde undVerwandte, im Allerheiligsten kniete der fromme König David mitPurpurmantel und funkelnder Krone, und lieblich ertönte sein Ge-sang und Saitenspiel —und selig lächelnd entschlief die schöne Sara."

Im zweiten Capitel gelangen wir aus dem Reiche diesesHumors und der ihm entsprechenden Knnstform der poetischenProsa in das Gebiet der Satyre öder des Angriffswitzes, jwieHeine sagt. Von liebenswürdiger Heiterkeit ist der bereits erwähnteSpaziergang des „Rabbi" und seiner Gattin durch die Stadt.Wenn sie die goldgestickten, schönen Kleider, die da zur Messeausgestellt sind, mit tausend Schelmcnaugen anblinzeln, sagt derRabbi mit ernster Milde: „Mach die Augen zu, schöne Sara!"Da sie einem „Nudel fahrender Fräulein" begegnen, sagt derRabbi wieder zu seinem Weibe: „Mach die Angen zu, schöneSara." Und als ihnen später eine Processi»» von Mönchen undCrucifixen entgegenkommt, spricht der Rabbi abermals zu seinemWeibe: „Mach die Augen zu, schöne Sara!"

Die künstlerische Gestaltungskraft Heine's offenbart sich aberam schönsten in dem Anstritt am Gitterthor der Frankfurter

id. 231 ff.

") ib. 237 ff.