Auch der Humorist begegnet uns schon in diesem Werke.Heine stand freilich noch ganz ans dem Boden der Romantik, alser an dem „Rabbi von Bacharach" schrieb, aber es zeigen sichauch hier schon die Keime eines inneren Widerspruchs gegen dieseKunstanschanung, deren Formen er nur zu bald durchbrechen sollte.
Aber Heine's Romantik war eigenthümlich gestaltet; sie warkeine „Passionsblume, die dem Blute Christi entsprossen, sie be-stand auch nicht aus der Freude an den Liedern, Bildern undBauwerken des Mittelalters". Heine's Romantik — war dasJudenthum des Mittelalters mit seinen Leiden und Ver-folgungen, mit seinen Sitten und Gebräuchen, mit seinen Hofs-nungen und Träumen. Das war seine romantische Vorzeit, undin diese lebte er sich immer tiefer hinein, je mehr ihm durch denUmgang mit den Männern des „jungen Palästina" von dergeistigen Bedeutung des Judcnthums und von dem historischenStammesbcwnßtsein aufgegangen war. Heine hielt das Judenthumdamals noch nicht „für eine längst verlorene Sache", wie später; aberer hatte sich den Verjüngungsproceß desselben freilich anders ge-dacht als jene Flnchköpfe unter seinen Zeitgenossen, die ihn, weilseine geistige Kraft ihnen gefährlich wurde, zu verlästern suchten.
Auch sein Humor war ein Erbe seiner Abstammung. DerWitz ist ihm nur erträglich, wenn er auf einem ernsten Grunderuht, und er sagt: „Seitdem es nicht mehr Sitte ist,einen Degen an der Seite zu tragen, ist es durchaus nöthig, daßman Witz im Kopfe habe. Jener Angrisfswitz, den ihr Satyrenennt, hat seinen guten Nutzen in dieser schlechten, nichtsnutzigenZeit." Wiederholt betont er es, daß der Ernst um so gewaltiger
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