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Heinrich Heine und Der Rabbi von Bacharach
Entstehung
Seite
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viel zu früh, da wir gern dem Dichter bis ans Ende derJndengasse gefolgt wären.

ES erscheint als ein müßiges Beginnen, darüber nachzuforschen,wie sich die fernere Entwicklung und der Schluß des Romanesgestaltet hätten, da Heine uns in dieser Beziehung ohne jede An-deutung gelassen hat. Der einzige Wink, den er in seinen Briefengegeben, daß im Verfolg die ketzerischesten Ansichten über Judenund Christen hervorgetreten wäre», gestattet doch wohl nur denRückschluß, daß der junge Maranne Don Isaak Abarbnnel dazubestimmt war, eigentlich die Hauptfigur und der Held des Romaneszu werden. Er sollte das Gegenstück zu dem ernsten Rabbi Abrahamaus Bacharach bilden; beide aber hatten in ihren Eigenthümlichkeitendie zwei großen Richtungen innerhalb des mittelalterlichen Juden-thums darzustellen: die glänzende arabisch-spanisch-jüdische Cultnr-periode mit ihrer Poesie und Koketterie, neben der tiefsinnig talmudi-schen Forschung und mystischen Glanbensstreuge der deutschen Juden.

Es ist nicht unwahrscheinlich, daß die Frage der Judentaufennoch eine weitere und ticfergehende Erörterung finden sollte. Dasverlorengegangene Gedicht,. von dem schon oben die Rede, dasJehuda Abarbanel, der sichaus Luxusübermuth" hat taufenlasse»,aus dem Maurischen" übersetzt und seinem dem Jnden-thume treugebliebenen Freunde zuschickt, weist darauf hin. JehudaAbarbanel, den sich der Dichter vielleicht als jüngeren Bruderseines Helden gedacht hat, sollte Wohl ein Gegenstück zu JsakAbarbanel werden, der sich in der neuen Glaubenslivrse sehr be-haglich fühlte, während jener es doch scheut,eine nicht sehr nobleHandlung dem Freunde unumwunden zu schreiben", und ihm dafürjenes Gedicht schickt.