Kaisers Maximilian II. schildert. Welch eine anschauliche Dar-stellung, welch eine Plastische Abrundung bei dieser Fülle von Ge-stalten, die auf deni Kampfplatz erscheinen, von dem langen,blonden König Max, den Rittern und Damen des Adels an biszum Wnnderdoctor, der seine Tinctnren und Wnndersalbcn an-preist, bis zur ehrsamen Schützengilde, ja bis zu dem Rudelfahrender Frauen hin, die ans dem Frauenhause „zum Esel" vonWürzbnrg herüberkamen und nach dem Rosenthale fuhren, wodie hochlöbliche Obrigkeit ihnen während der Meßzeit Quartierangewiesen, und bei deren Anblick der fromme Rabbi erschrecktseiner Gattin die Augen schließen möchte! Einen wundersamenContrast zu diesem Zuge mittelalterlicher Hexen bildet der traurigeZug von kahlköpfigen und barfüßigen Mönchen, die in feierlicherProcession sich dahinbewegen. Den seltsamsten Eindruck mächtaber neben dieser Herrlichkeit und Pracht, neben all diesem Gewühlund "Treiben, die hohe, enge, traurige Judengasse. Wenn wir denDichter in diese Gasse begleiten, dann leben all die Gestalten der-selben in unserer Seele auf, sie gewinnen Fleisch und Blut undwerden lebendig in unserer Erinnerung, als ob wir sie selbst allegekannt hätten, so wahr, so treffend, so anschaulich weiß er siemit zwei oder drei Strichen vor unser geistiges Auge zu zaubern.Das ist nun ein eigenartiger, seltsamer Zug komischer Gestalten.Er wird eröffnet von dem lahmen Gumperz und der MuhmeTäubchen, die den kleinen Gottschalk am Arme führt. Diesenfolgen Mendel Reiß und der Nasenster», Jäckel der Narr undBeitel Rindskopf, Schnapper-Elle und Hündchen Reiß, VögeleOchs und Tüschen Flörsheim. Der scheele Aron Hirschkuh ausHomburg an der Lahn beschließt den seltsam wunderlichen Aufzug
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