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Heinrich Heine und Der Rabbi von Bacharach
Entstehung
Seite
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alle früheren poetischen Schilderungen Frankfurts vorzugsweisedie Blüthczeit der Messen, in welcher Frankfurt die besuchtesteHandelsstadt derjjWelt hieß,des alten Tyrus Ebenbild" ver-herrlichen. Die große historische Vergangenheit Frankfurts kamjedoch in solchen poetischen Bildern fast nie zu voller Geltung.Die wundervollen Schilderungen Goethe's inDichtung und Wahr-heit" gehören natürlich nicht in diesen Rahmen.

Heine war der Erste, der mit feinem poetischen Blick, miteiner historischen Sachkenntniß, die uns heute in Erstaunensetzt, wenn wir seinen Quellen nachgehen, die geschichtliche Be-deutung Frankfurts, die Größe und Pracht seiner Messen, dieAlterthümlichkeit und Geschichte seines Ghetto zum getreuestenAusdruck gebracht hat. Und gern folgen wir dem Dichterdurch das starke Gewühl der Ostermesse, wenn er seine Reisen-den durch das dunkle Mainthor in die Stadt führt und ihnendas bunte Treiben, das Gewühl des Handels, die Masse kost-barer Sachen, die nie gesuchte Pracht zeigt; wenn er die breitenRathsherren mit goldenen Halsketten und rothen Mäntel», dieehrsamen, stolzen Altbürger mit schwarzem, bauschigem Wams,die schweren Reitersknechte in eiserner Pickelhaube, gelbledernemWams und klirrenden Pfundsporen, die rosigen FrankfurterMädchen mit dem schwarzen Sammthänbchen, die zu einer Spitzean der Stirn zusammenliefen, und die jungen Gesellen mit gelb-geziertem Barett, klingenden Schnabelschuhen und hellfarbigenseidenen Kleidern, die gleich witternden Jagdhunden hinter ihnendreinsprangcn, uns vorführt. Und auch über den hochgegiebeltenMarktplatz der Stadt, vor den Römer folgen wir dem Dichter,wenn er uns ein Ritterspiel und Ringelstechen zu Ehren des