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Heinrich Heine und Der Rabbi von Bacharach
Entstehung
Seite
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Roman lag in denWahlverwandtschaften" bereits ein erhabenesMaster vor; für den historischen Roman existirte nur das VorbildWalter Scott's, dessen eifriger Verehrer Heine war, wenn er auchdie Ueberzeugung aussprach, daß es mehr die Themata der RomaneScott's seien, welche seinen Dichterruhm bewirkt haben, als diepoetische Kraft derselben.^) Der Einfluß Walter Scott's zeigt sichbei Heine in der Magie des Localcolorits und in der objectivcnTreue der Darstellung; gerade darin liegt aber auch der Haupt-werth des Werkes. Aber vonHoffmaun'schen Bizarrerien" habeich in dem Fragment nur wenig finden können. Es mag sein,daß bei der Schilderung der Rheinfahrt und im Besondern beider Charakteristik desstummen Wilhelm" das Vorbild E. T.Hoffmann's, den Heine damals eifrig las, wirksam war. Dar-über hinaus findet sich aber gerade in dieser Arbeit wenig, wasan den bizarren Schriftsteller erinnert.^)

III. 33 ff.

Auch der neueste Biograph Hoffmann's, Georg Ellinger, der einer derfeinsten Kenner dieses Dichters ist, neigt derselben Ansicht zu. Er schreibt mirhierüber:Nur die Vision der Sara am Ende von Cap. I. zeigt hin und wiedereine gewisse Aehnlichkeit mit Hoffmann's Weise, doch ist die Verwandtschaft nichtso stark, daß man unbedingt an eine Abhängigkeit denken müßte. Auch was sichan Anklängen findet, ist nicht ausschlaggebend (Cap. I, IV., 235). Ein Eis-strom ergoß sich in ihre Seele; Hofsmann (im Fragment ans dem Lebendreier Freunde, Werkel, 112:Ich ging unter in dem Eisstrom tiefsten Ent-setzens"). An Hoffmaun könnten vielleicht noch die Worte ans derselben SeitedesRabbi von Bacharach" erinnern:Plötzlich aber glaubte sie dort ihreFreunde und Verwandten zu sehen, wie sie mit Leichengesichtern und weiß-wallenden Todtenhcmden schreckhaft vorüberliefen, den Rhein entlang."