welcher der „Rabbi" hervorgegangen ist. Gerade in jener Zeit hatja Heine auch seine Tragödie „Almansor" vollendet, in die er„sein eigenes Selbst" hineingeworfen mit sammt „seinen Paradoxen,seiner Weisheit, seiner Liebe, seinem Hasse und seiner ganzen Ver-rücktheit". Der „Almansor" ist ein Klagelied des unter-drückten Judenthums, eine Sathre auf das Renegatenthum,welches damals gerade in gebildeten jüdischen Kreisen überhand-nahm. Den Grundgedanken des „Rabbi von Bacharach" entsprechendie Verse ziemlich genau, welche man wohl das Motto des„Almansor" nennen kann:?)
„Geh' nicht nach Alys Schloß! Pest-Oertern gleichFlieh' jenes Haus, wo neuer Glaube keimt,
Dort zieht man dir mit süßen ZangentönenAus liefer Brust hervor das alte HerzUnd legt dir eine Schlang' dafür hinein.
Dort gießt man dir Bleitropfen, hell und heiß,
Aufs arme Haupt, daß nimmermehr dein HirnGesunden kann von wildem Wahnsinnsschinerz,
Dorten vertauscht man dir den alten NamenUnd gibt dir einen neu'», damit dein Engel,
Wenn er dich warnend ruft beim alten Namen,
Vergeblich rufe. O, bethörtcs Kind,
Geh' nicht nach Alys Schloß, du bist verloren,
Wenn man in dir Almansorn wiedersieht."
Die erste Mittheilung über den „Rabbi von Bacharach" findetsich in einem Briefe von Moses Moser vom 25. Juni 1824 aus
-)II. 13 ff.