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Heinrich Heine und Der Rabbi von Bacharach
Entstehung
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Betty Heine stammte aus einem frommen Hause, und sieerzog ihre Kinder in demselben Glauben. Wenn Heine von seinerMutter berichtet, daßihr Glaube ein strenger Deismus war",so kann sich das nur auf eine spätere Entwicklungsperiode be-ziehen. Ich selbst besitze Briefe von Betty Heine in hebräischerCursivschrift, ganz in dem hausmütterlichen Tone des damaligenjüdischen Fraueulebens gehalten, die einen unzweifelhaften Beweisdafür abgeben, daß mindestens bis in die ersten zehn Jahre diesesJahrhunderts das Leben im Elternhause Heine's genau dasselbewar, wie das aller anderen Familien der jüdischen Gemeinde zuDüsseldorf.

Heine berichtet in seinenMemoiren" einmal, daß die längsteRede, die sein Vater gehalten, sich aus seine atheistischen Neigungenwahrend der Gymnasialzeit bezogen habe. Sie lautete:LieberSohn! Deine Mutter läßt Dich beim Rector Schallmeyer Philo-sophie studiren, das ist ihre Sache. Ich meincstheils liebe nichtdie Philosophie, denn sie ist lauter Aberglauben, und ich binKaufmann und habe meinen Kopf nölhig für mein Geschäft. Dukannst Philosoph sein, soviel Du willst, aber ich bitte Dich, sagenicht öffentlich, was Du denkst, denn Du würdest mir im Geschäftschaden, wenn meine Kunden erführen, daß ich einen Sohn habe,der nicht an Gott glaubt; besonders die Juden würden keineVelveteens mehr bei mir kaufen, und sind ehrliche Leute, zahlenprompt und haben auch Recht, an der Religion zu halten. Ich binDein Vater und also aller als Du und dadurch auch erfahrener;Du darfst mir also aufs Wort glauben, wenn ich mir erlaube,Dir zu sagen, daß der Alhcismus eine große Sünde ist."^)

VIll. 43V.