jahrhundert so viele Tage verbracht. Leider hieltich kein Tagebuch, und trotz meiner damaligen Be-geisterung für den Dichter und meiner Anhänglich-keit an den Menschen war ich jugendlich leichtsinniggenug, all das schöne Gold, das ans des DichtersMunde floß, anstatt es sorglich aufzuspeichern, durchdie Finger gleiten zu lassen. Denn er war einVerschwender: Witz und Bild strömten ohne Unter-laß von seinen Lippen, und man hätte nur keinjämmerliches Sieb sein müssen, wie ich es war, umden Strom aufzufangen. Doch will ich versuchen,einzelnes Thatsächliche in mein Gedächtniß zurück-zurufen, indem ich jedoch sorgfältig alles Persön-liche des Dichters, alle Beziehungen zu Frau undFreunden bei Seite lasse; denn gerade die Sicher-heit, mit welcher man in meiner Gegenwart han-delte und sprach, legt mir in dieser Beziehung Ver-schwiegenheit auf.
Ich kam im Spätherbst 1849 nach Paris undward bald darauf durch einen alten Zeitungscorre-spondenten, Herrn Löwenthal, bei Heine vorgestellt,der meines Vaters Werke kannte und die etwasallzustrenge Kritik im dritten Bande der „National-