kein Beispiel, daß er dem entgegengehandelt hätte;selbst Personen, an deren Wohlwollen ihm sehr ge-legen war, zeigt er eine Freimüthigkeit, die sich niezur Schmeichelei erniedrigt.
Abgesehen von Steinmann hatte er in Münsternoch eine Beziehung, die für seine literarische Ent-Wickelung von ganz anderer Bedeutung gewordenist. Karl Jmmermann, wenig älter als Heine,war im Jahre 1819 von Magdeburg als Militär-Anditenr nach Münster versetzt. Er hatte im Rhei-nisch-Westphälischen Anzeiger vom 21. Mai 1822Heine's Gedichtsammlung beurtheilt, jn einer Weise,die den Dichter außerordentlich erfreute. Es warnun für Heine ein lebhafter Wunsch, den neuenFreund mit dem alten, der eben seinen Wohnsitztheilen sollte, in Verbindung zu bringen. Eine ganzeReihe von Briefen giebt Zeugniß, wie sehr ihmdieser Wunsch und überhaupt das Verhältniß zuSethe am Herzen lag.
Am 24 December 1822 stattet er Jmmermannseinen Dank ab, entschuldigt, daß er so spät komme,er habe vorher durch eine Besprechung der Jmmer-mann'schen Tragödien den Liebesdienst vergelten