Druckschrift 
Aus dem Leben Heinrich Heine's
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

Schweige, verfluchter, lästerlicher Franzose, mitDeinem feigen Verzweiflungsgegreine! Kennst Dunicht die deutsche Miune? Die steht kühn und festauf zweh ewig unerschütterliche Säulen, Manncs-würde und Glauben. Nur halte mich, o Gott,in sicherer Huth vor die schleichende finstre Machtder Stunde. Entfernt von ihr, lange Jahreglühende Sehnsucht im Herzen tragen, das ist Höllen-qual und drängt höllisches Schmerzgeschrey hervor.Aber, in ihrer Nähe sehn, und doch ewig langeWochen nach ihrem alleinseeligmachenden Anblickoft vergebens schmachten, u u und und O! O! O Christian! Da kann auch dasfrömste und reinste Gemüth in wilder wahnsinnigerGottlosigkeit auflodern.

Ach Du bist klug, Christian, und wirst mich ge-wiß meines langen Stillschweigens wegen nichtstrafen wollen. Du weißt nicht welch ungeheuerWeh mir der dolchscharfe Widerhacken macht, mitwelchem sich jedes Wort aus meine Seele hervor-reißt; andern Leuten kosten die schwarze Strichenichts, können sie nach Belieben hin und herstellen,schreiten auf dem Cothuru um besser durch den Dreck