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Von deutscher Philosophie, Art und Kunst : ein Votum für Friedrich Heinrich Jacobi gegen F. H. Schelling
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vrrsteht, bleibt im Reiche des Geistes unter denSklaven.

Darum will ich hier fordern im Nomen der Wahr-heit von der Wissenschaft und anfangs nur für die Wis-senschaft die Ausbildung einer ReligionS-lehre ohne alle Dogmatik. Ich verstehe aberunter dieser Anforderung, daß wir einsehen lernen, wiewir für die religiöse Ueberzeugung nur die Schrankenunsrer Erkenntniß zu begreifen vermögen, wie derGlaube nur im Gefühl lebendig werden könne und, mitPaulus zu sprechen, nur durch die Liebe. Denn daSist die Hauptsache, daß wir bey göttlichen Dingen allemDunkelsprechen und allem Vornehmthun mit höhererWeisheit entsagen. Nur Mangel an Ausbildung kannin den, Besitz eigner heiliger Bilder und einer Wissen-schaft jenseit aller Fassung des menschlichen Geistes denwahren Adel der Seele suchen. Dieser Jrthum wendeteschon seit den ersten Lehrern unsrer Kirche den Blick vondem ethischen ab, in welchen, allein Kraft und Tugenddes menschlichen Geistes zur Erscheinung wird , dieserJrthum erzeugte nachher die thörichte Eitelkeit und dengeistlichen Stolz der Sekten. In der Wahrheit aberist Religiosität eben keine Wissenschaft, keine bloße Lehre,sondern That und Tugend oder gar nichts.

Für den Menschen gibt keine spekulative Weis-heit über Gott und Ewigkeit, sondern spekulativ nur dieAnerkennung unsrer Unwissenheit, welche keine Philoso-