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gelte für alle, und jeder habe sie zu nehmen wie derGeist sie ihm deute. Wo aber soll ich den Geist um Deutungfrage», als in dem Geist aufrichtiger Wahrheitsliebe iumir selbst?
Gegen diese meine ganze Rede wird mau mir erwie-dern , ich fordere ja nur die lang bekannte / geprüfte undverworfene natürliche Religion; deren schlimme Folgen,sich so fühlbar gemacht hätten. Das Wort natürlicheReligion muß ich euch lassen, ungeachtet aller seinerZweydeutigkeit, wie ihr eS wollt, aber gegen die ge-fährlichen Folgen protcstire ich. Wo diese natürlicheReligion im Ernst ergriffen wurde, da hat sie verstau-dig, besonnen und wohlthätig gemacht — aber den kal-ten hat sie kalt gelassen. ES läßt sich noch sehr streiten,ob sie mehr gutes oder mehr schlimmes gestiftet hat. Ichbehaupte das erstere. Sie hat ein helleres Bewußtseynder sittlichen Anforderungen an den Menschen gebracht,wenn sie schon der Wärme religiöser Gefühle und derAndacht wenig zu geben vermochte. Aber auch in demletzteren, was that sie da eigentlich? Genommen hat sieeuch nichts als einen Schleier, hinter dem ihr euch ver-borgen hieltet, gezeigt hat sie nur, wer ihr eigentlichseyd und wie ihr seyd.
Der Ausführung der Lehre, wie sie dort gewöhn-lich gegeben wird, widerstreite ich, nur das Princip istrichtig, daß der Mensch durch eigne Ueberzeugung zur
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