Druckschrift 
Von deutscher Philosophie, Art und Kunst : ein Votum für Friedrich Heinrich Jacobi gegen F. H. Schelling
Entstehung
Seite
74
Einzelbild herunterladen
 

ohne sie zu stören." Sonst thut sich unser weiser Meisterso viel darauf zu gute, daß nach seiner Lehre nur dieMöglichkeit des Abfalls in Gott sey, die Wirklichkeitdesselben hingegen unr in den abfallenden Geistern. Hierhingegen wird es das Schicksal des Geistes GotteS, daßer den Abfall in sich tragen muß.

So auch die letzte Lehre in der Schrift. Ueber dieUnsterblichkeit der Seele heißt cS ganz richtig: (S. 68.)»DaS Ewige der Seele ist nicht ewig wegen der Anfangsoder wegen der Endlosigkeit feiner Dauer: sondern hatüberhaupt kein Verhältniß zur Zeit," und nachher wirdin der Ausführung der Lehre doch nur die heidnischeLehre von der Seclenwandernng, als einem Wandernin der Zeit von Stern zu Stern, wiederholt. Auchläugnet Sch. die Ewigkeit unsers individuellen Geistes,hängt aber gleich die Behauptung daran, die Indivi-dualität bestehe nur in dem uns jetzt erscheinenden Ver-hältniß unserer Seele zu ihrem Leibe, womit der Lehrewieder eine wächserne Nase aufgeklebt ist, die man nachBelieben rechts und links drehen kann.

Noch greller zeigt sich dieses Spielen mit widerspre-chenden Ausdrücken in der angeführten Abhandlung übermenschliche Freyheit.

Die wahre Philosophie zeigt, daß wir nur durchdie Verneinung der Schranken in den Naturbegriffen unsIdeen von dem über die Gesetze der Erscheinungen er-habenen wahren Wesen der Dinge machen können. DeS