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Keiner von den Senden Sätzen: »das natürliche istdas freye" und „Naturnothwendigkeit ist Freyheit" be-
stand ja eben durch die Sprache seiner Gedanken Meisterwerden will.
Solche Begriffe nun braucht der Verstand zur Erkennt-niß in Urtheilen, wie die richtige Logik lehrt auf zweyerleyWeise, einmal als Prädikat im Urtheil, wo der Begriffschlechtbin als solcher gedacht wird und zweytens als Subjektim Urtheil, wo ich nicht nur dem Begriff für sich sonderndurch eine ihm beygegebene Bezeichnung die Dinge denke,die unter ihm stehen. Z. B. in dem Satz: Alle Menschensind sterblich, bedeutet das Wort „sterblich" nur die allge-meine Eigenschaft der Sterblichkeit schlechthin z der Aus-druck „alle Menschen" hingegen bedeutet nicht nur die Ei-genschaft „Mensch" sondern diejenigen Gegenstände, welchediese Eigenschaft in sich haben, die Menschen. Hier fordertnuii jedes richtige und vollständige Urtheil, wenn es auSzwey Begriffen gebildet wird, daß der eine die Form dcSSubjektes, der andere die Form des Prädikates erhalte, in-dem nur so der eigentliche Zweck des Urtheils, Bestimmungdes Besondern durch das Allgemeine, erreicht werden kann,wie das gegebene Beyspiel: Alle Menschen sind sterblich,zeigt.
Außer dem gibt es aber noch zwey Arten von Verglei-chungSfcrmcln, davon eine beyde Begriffe nur als Prädikatebraucht, die andere beyde als Subjekte bezeichnet.
Nach der ersten Art sage ich: Mensch bedeutet nichtsterblich, d. h. die Worte Mensch und sterblich bezeichnennicht den nämlichen Begriff. Durch eine solche Vergleichungbloßer Prädikate wird nun nichts erkannt; die Formel: Menschist nicht sterblich, bestimmt gar nicht, welches die Eigenschaftder Menschen in Beziehung auf die Sterblichkeit sey.
Nach der andern Art der Vcrgleichungsformeln würdeich aber sagen: Alle Menschen sind Listige Sterbliche. Hier