-5Ü —>
nach I. auf einen Glauben beruft, durch den es erstgilt. Hier wäre das Wissen nur in und mit dem Glau-ben gegeben, nichts als des Glaubens Wiederhohlung.
In den Ueberzeugungen des Menschen aber ist eineunmittelbare Scheidung und Entgegensetzung des Höhernund Niedern, des Ewigen und Endlichen, des Freyenund Unfreyen, des Lebendigen und Todten, deren wahreBedeutung erst durch den transcendentalen Idealismuswissenschaftlich klar geworden ist. Der beschränkten Ver-nunft des Menschen scheidet sich nämlich seine beschränkteAnsicht der Dinge von der reinen Idee vollendeter, ewi-ger Wahrheit, welche sein Gedanke nur durch die Ver-neinung seiner beschränkten Fassung im.Glauben errei-chen kann.
Aus demselber Grunde mißversteht nun auch I.meine Lehre von der Deduktion der Ideen- Meine De-duktion der Ideen und des Glaubens an das wahre undewige Seyn aus der Beschaffenheit des menschlichen Er-kenntnißvermögens ist, wie I. richtig bemerkt, kein Be-weis des ewigen SeynS und des Daseyns GotteS, aberauch eben so wenig, wie er unrichtig hinzu setzt, eineVernichtung des natürlichen Glaubens. Diese letztereAnsicht ist I. nur geworden, weil er diese Deduktion dochnur wieder als einen mißlungenen Beweis beurtheilt,da sie doch eben gar kein Beweis ist, seyn soll und seyndarf. Diese Deduktion ist vielmehr eben das, was phi-losophische Wissenschaft hier allein leisten kann und soll.