Dafür, sage ich, hat I. die Untersuchung nie ein'geleitet und eben deswegen versteht er das KanlischeProblem der Vernunftkritik nicht recht / deswegen behalter im Streit mit Kant häufig unrecht.
Diese Lehre von der Art des unmittelbar Gewissenin unserm Geiste ist eben die wahre wissenschaftliche Phi-losophie/ so wie wir durch die Kritik der Vernunft dasVerständniß über sie erhalten haben. Die neue nicht aufBeweisführung bauende Begründung der Philosophie solluns die Sclbstcrkenntniß eröffnen, welche Offen-barungen sowol des Wissens als des Glaubens deS Men-schen Geist in sich trage.
Jakobi, der dieses Problem der Selbstverständi-gung mit gewöhnlicher objektiver Begründung durchBeweise verwechselte, sah deshalb in Kants trans-cendentalem Idealismus nur eine widersinnige mNihilismus auSlaufende Lehre. In der That aber istseine eigene Grundbehauptung, nämlich die ScheidungdeS Wissens vom Glauben, ohne Bedeutung und ohneHaltung, wenn ihr nicht die Kantische Lehre vom Un-terschied der Erscheinung und des wahren Seyn», dieKanrische Lehre von der Ungültigkeit des räumlichen undZeillichen für das wahre Wesen der Dinge dient. —Denn wollte man alle unmittelbare Gewißheit Glaubenennen, das Wissen aber eine Ueberzeugung mittelbardurch Beweise, so entsteht keine reine Scheidung, da jaeben aller Beweis sich zuletzt auf ein unmittelbares , also