Schelling aber sagt (a, a. O. S. 14Z.) In allenSprachen, allen Reden der Menschen wird der Verstandüber die Vernunft gesetzt. Niemand vor der KantischenSprachverwirrung war eingefallen daran zu zweifeln.Vernunft ist daö allgcmein-menschliche, unpersönliche/so wie wir in dem unverdorbenen Weibe am meisten dieallgemeine Menschlichkeit erblicken/ die im Manne durchCharakter und Persönlichkeit schon getrübter erscheint.Vernunft schreiben wir allen Menschen zu; wie vielenaber Verstand?"
Beyde sprechen erstlich von einer Kantisch cnSprachverwirrung und zeigen zweytenS eine be-sondere Vorliebe für den Verstand gegen dieVernunft.
Die babylonische Verwirrung in unserm Philosophieschen Sprachgebrauch bin ich keineswegcS zu leugnengesonnen. Dies aber behaupte ich: nur eine sehr ober-flächliche oder einseitige Beobachtung der Entwickelungunserer Philosophie/ kann dessen Schuld Kanten bey-messen. Schwerlich gab es einen andern deutschen Phi-losophen/ der mit solcher Strenge seinen Sprachgebrauchabmaß/ mit gleicher Besonnenheit bey jedem Worteseine bestimmte Bedeutung fest hielt/ stch genauer demdeutschen Sprachgebrauch anschloß. Freylich nöthigtenihn seine wcitläuftigen / tiefen und neuen Untersuchungenhäufig eigne Worlbestimmungcn vorzuschlagen und stchfremder Worte zu bedienen. Ueber jede solche Bcstim«