st) Bey Schlegel und Schelling finden fich folgendezwey merkwürdige Paralelstellen. F. Schlegel sagt (a. a.O. S. 36.) In der babylonischen Sprachverwirrung/welche feit Kant in der deutschen Philosophie herrschendgeworden/ hat man besonders auch mit diesen beyden Wor-ten (nämlich Verstand und Vernunft) eine seltsame Um-kehrung getrieben. So wie ich nun der ältern Denkartanhänge / welche unter göttlichen Dingen solche versteht/welche höher find als alle Vernunft/ so kann ich nichtumhin auch den ältern Sprachgebrauch für diese Gegen-stände wieder zurückzufordern. Zufolge dieses älternSchrachgebrauchS ist nicht die Vernunft/ welche allengemein und überall die gleiche und selbe ist/ sondern derVerstand derjenige Ort im menschlichen Erkennmißvcrmö-gen/ in welchem eine höhere Erleuchtung statt findet."--Schlegel behauptet nämlich: menschliche Natur undWesen sey durchaus verderbt; nicht nur das Herz auchdie Denkkraft sey entartet. Diese entartete nennt er Ver-nunft/ die tirsprünglichreine Verstand. „Verstand solltenur genannt werden der reine Gedanke des ewigen Wor-teS und aller in ihm bestehenden göttlichen Dinge." —,1 BeydeS Verstand und Vernuft ist allerdings nur eine unddieselbe Grundkraft des menschlichen Denkens und Er-kennS/ aber in den sehr verschiedenen und ganz entge-gengesetzten Zuständen der ursprüglichen Reinheit, derVerwirrung und Entartung, oder der Besserung undWiederherstellung."
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Von deutscher Philosophie, Art und Kunst : ein Votum für Friedrich Heinrich Jacobi gegen F. H. Schelling
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