Druckschrift 
Von deutscher Philosophie, Art und Kunst : ein Votum für Friedrich Heinrich Jacobi gegen F. H. Schelling
Entstehung
Seite
14
Einzelbild herunterladen
 

unserer Erkenntnisse in unserm Innern, sondern ans ihrunmittelbares Vorhandenseyn im Gemüthesehen, so ist jene Eintheilnng unvollständig; es gibt nebenden klaren Vorstellungen der Anschauungen und Begriffenoch dunkle Vorstellungen und zu diesen gehörtvorzüglich die unmittelbare unauösprcch.liche eigene Erkenntniß der Vernunft/'

Dann fährt er aber fort:Wenn Licht in das Fin-stere dringt, so kann es scheinen, als hätte jenes ausdiesem stch nur entwickelt, und die Reflexion unbcrich-tigt durch eine höhere Weisung, wird unfehlbar alsowähnen."Unsere eigene feste Ueberzeugung ist diese:Jene unmittelbaren unaussprechlichen eigenen Erkennt-nisse der Vernunft, die in den Verstand nur als dunkleVorstellungen treten, sind in sich Licht der höchsten Er-kenntniß , jenes von dem mit Platon Spinoza sagt: daßes sich selbst und die Finsterniß offenbar mache"

Die letzten Worte sind offenbar eine Theilweise Wi-derlegung meiner Meinung. Allein nur dadurch, daßJakobi mir das Bild verrückt hat. Mir ist das Bewußt-seyn folglich auch der Verstand das innere Auge desGeistes, mit dem er sich selbst siebt, und daher nenne ich,was er nicht sehen kaun, das Dunkle. Jakobi aber nenntdas innerste Leben des Geistes ein Licht, durch welchesder Verstand, der für sich finster ist, erleuchtet werdensoll. Er mißversteht mich hier, weil wir über das Wesendes Verstandes nicht einig sind.