eine Zeit der Knechtschaft ist, als zwei römische Provinzen, Ober*und Niedergermanien, die Länder am linken Rheinufer bildeten.Gewiß ist bei dieser Gelegenheit nicht zu vergessen, daß die Zeitder Fremdherrschaft vieles von römischer Kultur an den Rhein gebracht,was befruchtend und wohltätig wirkte, aber immer muß der leitendeGrundgedanke nicht außer adit gelassen werden. Mögen darum dieHinterlassenschaften der Römer in unserer Heimat audi einen glänzen*den, künstlerischen Anstrich haben, dies Schönere wollen wir gerneanerkennen, lieben aber wollen wir nur das Einheimische, das, wasvon unseren Ahnen stammt.
Im Museum für Vor* und Frühgeschidite sind die Belege füralle Zeiten reidt vorhanden. Besonders ist die germanische Frühzeitunserer engeren Heimat vor aller Augen durch umfangreiche Boden*funde ausgebreiter, aus der Zeit, da Ubier und Sugambrer noch aufder rediten Rheinseite saßen, da LIbier es vorzogen, Freunde derRömer zu werden, indes die Sugambrer den Kampf gegen Rom biszur Vernichtung fortsetzten. Und weiter, wie die Frankenstämmeneu sich bildeten auf dem rechten Ufer, wie in ihnen der alte Sugambrer*geist weiferlebte, wie sie trotz der Nähe römischer Kultur auf ihrerangestammten I echnik und Kunst verharrten, wie sie endlich sieg*reich wurden in dem vierhundertjährigen Kampf. LInterlage und Anreizzu einer solchen Behandlung liegen also vor. Aber noch mehr!
Eine besondere Abteilung des Museums ist der frühgermanLsdten Kunst gewidmet: denn die Früh=Germanenstämme hatten eineeigene, bodenständige Kunst, die keine Nachahmung römischer Br*Zeugnisse genannt werden darf. Das Wesen der frühgermanischenKunst im Vergleich zu dem der Antike kann bei dieser Gelegenheitzur Spradie kommen, die germanische Runenschrift, die Schiffsbau*kunst. Ja sogar die alte Ursprache erklingt dem empfänglichen Herzenaus dem fränkischen und sächsischen Taufgelübde, aus den Merse*burger Heilsprüdten. die ein glüddicher Zufall gerettet.
Wenn in dieser Weise Jugend und Volk mit der germanischenVorzeit an Hand der Tatsachen und LIrkunden, bekannt gemachtwerden, wird ganz von selbst ein anderer Vorstellungsinhalt vomWert und der Bedeutung unserer Vorfahren die Herzen erfüllen.Das schon vorher gepflegte Heimatgefühl erhält neuen Anreiz, neueStärke, weitet sich zu vaterländischem Empfinden und Fühlen, zumVerbundensein mit der Gesamtheit. Das ist die Erziehung, von derStein und Fidite redeten und sdtrieben, die sie für notwendig hieltendamals in den Tagen des Unglüdcs. Dies vaterländische Empfinden,dies vaterländische Bewußtsein ist nidit eine blinde Verehrung desHeimischen. Oft genug wird sich Gelegenheit bieten, auf die Mängel imgermanischen Wesen hinzuweisen, oft genug werden sich Punkte finden,den fremden Völkern gerecht zu werden,- denn die Mängel haben demwunderbaren, großartigen Geschichtsbilde der germanischen Entwidc*lung stets ihren Stempel aufdrüdet und all das Böse und Schlimme
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