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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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entfremdet, vom Glauben verschlagen, verkappte Leugnerdes geoffenbarten Worts, Menschen, die Christo die Kroneraubend und das ewige Evangelium seines eigensten undseligsten Gehalt's entleerend, die Gemeinen um das theuersteKleinod, womit der Himmel die Erde begnadete, schmählichbetrügen, und, dem Reiche Gottes selber abhold, auch ihrenPflegebefohlenen den Zugang zu demselben in aller Weisezu verzäunen beflissen sind! Wüßte ich doch kaum, obein größeres Unglück eine christliche Gemeine betreffen könnte,als eben das, an einen »Miethling« dieser Art verrathenund verkauft zu seyn. Freilich ruht aber auch ein schwere-res Gottesurtheil auf keinem Frevler, als es laut derganzen heiligen Schrift über solche Verkehrer der himmli-schen Wahrheit, über solche Verwüster des Weinberges JesuChristi ausgesprochen ward.

Uebrigens sehen wir, aller Machinationen der Wider-sacher ohnerachtet, Gottlob! auch über der Kirche unsresdeutschen Vaterlandes das Morgenroth einer bessern Zeitheraufziehn; und gar zu ferne dürfte die Zukunft nichtmehr seyn, da ein neu erwachtes Glaubensleben intensiveKraft genug gewonnen haben wird, um wenigstens diekirchlichen Lehrstühle gegen die Usurpationen einer inaller Hinsicht berechtigungslosen Afterweisheit zusichern. Möge der Unglaube dann die Pharisäermaskevon sich werfen, und außerhalb der Gemeine Christi seineKapellen bauend, in schnöder Nacktheit den göttlichen Ge-richten entgegenreifen; die Kirche Gottes wird es welt-historisch in Erfahrung bringen, daß sie auf einem ewigenFels gegründet stand, und auch die Pforten der Hölle nichtvermögend waren, sie zu bewältigen. In dieser Zuver-sicht werden wir denn nicht müde, der Welt, es sey »zurZeit oder Unzeit«, das Wort zu predigen, dem, ob Him-mel und Erde auch vergingen, sein ewiger Bestand verbürgtist; und ermüdet denn auch ein bedürfnißloser Haufe nichi,mit Hohn und Unglimpf uns zu überziehen, so wissen wir