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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
Entstehung
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263
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Niemandem mehr ein, daß er nur eine »scholastischeTheologie,« nur eine »unbegründete Symbol-lehre,« nur ein »menschliches Dogmenfabricat,nicht aber die Schrift« verfolgte. Jetzt liegt es Jeder-mann klar genug vor Augen, daß er jene verhaßten Titelverschlagener Weise nur dem ewigen Evangelium alsLarve umwarf, um seine Wuthausfälle wider diesesdurch solches Mummenspiel wo möglich gegen die AnklagenDerjenigen zu decken, denen es noch mit Nichten einerleiist, ob ihnen von ihren »Seelsorgern« und »Hirten«das wahre Christenthum, oder dessen trostloses Gegen-theil in einem Schein von christlicher Färbung nur ge-boten wird. Da steht er jetzt, ein Mann, dem das alteTestament mit seinen unvergänglichen Geistesschätzen anti-quirt, ja abrogirt ist; dem die »großen Thaten Got-tes« an Israel nur für »altvettelische Fabeln« gelten, demder unvergleichliche ewig grüne Wald der prophetischenGottes-Offenbarungen unter der Sonnenhitze einer soge-nannten »fortgeschritten Bildung« längst verdorrte, undder an dem Leben eines Abraham, an den Führungen einesHiob, an den göttlichen Institutionen eines Moses, an denFeierklängen eines David u. s. w. für den Glauben undGenuß der heutigen Kirche nichts mehr auszubeuten fin-det. Und wie er das alte Testament nur einem längst er-schöpften, und darum aufzugebenden Schachte gleich erach-tet, so widerfährt ihm mit dem Neuen, nur in umgekehr-ter Art, dasselbe, was jenem Gott der bekannten indischenFabel mit Allem, das er berührte. Die Legende sagt, zuGolde sey es ihm geworden. Unter Paniels Berührungenverwandelt sich alles Gold der ewigen Himmelswahrheitzum gemeinen Pflasterstein für die breite Gasse des ordi-närsten Weltverstandes. Nur zu nahen braucht er sichihm, und der tiefste Schriftgehalt verkümmert zu irgendeinem seiner drei Stcreotypbegriffe: Gott, Tugend,Unsterblichkeit. In die vage Unbestimmtheit dieser ne-