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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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Ceremonial- und Sittengesetz keinen Unterschiedmache,« werden wir gleichfalls beim ersten Blick in dieBibel hinein, in ihr Nichts zerfallen sehen. Schon dasalte Testament unterscheidet zwischen den typischenund ethischen Vorschriften auf das allerschärfste. Sobezeugt der Sprechende im 40. Psalm V. 7 u. 8: »Schlacht-opfcr und Spcisopfcr gefallen dir nicht; aber dieOhren hast du mir aufgethan. Du willst wederBrandopfer noch Sündopfer. Da sprach ich:Siehe ich komme, deinen Willen mein Gott thueich gern, und dein Gesetz habe ich in meinem Her-zen.« Die Propheten hören nicht auf, dem Volke die Unter-scheidung zwischen dem göttlichen Moral- und Ceremonialgesctzeinzuschärfen. »Höret des Herrn Wort« heißt es Jcs. 1,zu Israel; »nimm zu Ohren unsres Gottes Gesetz, du Volkvon Gomorra! Was soll mir die Menge eurer Opfer?spricht der Herr. Ich bin satt der Brandopfer vonWiddern, und des Fettes von den Gemasteten, und habekeine Lust zum Blut der Farren, der Lammer und derBöcke. Wenn ihr hereinkommt, zu erscheinen vor mir, werfordert solches von euren Handen, daß ihr meine Vorhöfezertretet? Bringet nicht mehr Speisopfer so vergeblich.Das Rauchwerk ist mir ein Greul. Die Neumonde undSabbathe, da ihr Versammlung haltet, Laster und Feier zu-sammen, kann ich nicht ertragen. Waschet euch,

reiniget euch, thut euer böses Wesen von meinenAugen, lasset ab von Uebelthat, lernet Gutesthun, trachtet nach Recht, helfet dem Unterdrück-ten, schaffet dem Waisen Recht, und führet derWittwen Sache.« Wie kann die ceremonielleund sittliche Seite des göttlichen Gesetzes scharfer unter-schieden werden, als in solchen Worten? Noch deutlichertritt die Unterscheidung im neuen Testament hervor. Dasmosaische Sittengesetz wird wiederholt bestätigt undeingeschärft; die Beobachtung des lcvitischen Ceremo-