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Der scheinheilige Rationalismus vor dem Richterstuhl der h. Schrift : Resumé der Bremer Kirchenfehde
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Verirrungen in den galatischen Gemeinen.

In den Controverspredigten schon sprach Paniel dieBehauptung aus, daß »in den galatischen Gemeinen ehe-mals heidnische Gemeincglieder ihre heidnischen Lehren mitdenen des Christenthums vermischt, und wieder Andre dieLehre von der christlichen Freiheit gemißbraucht, ja jenenschandlichen Lastern sich überlassen hatten, welche bei demGötzendienst der Heiden gebrauchlich waren.« In der Re-plik habe ich diese Anklage wider die galatischen Christenals eine jedes Grundes ermangelnde gebührend abgewiesen.Paniel, der sich verschworen zu haben scheint, Allem, nurnicht, wie tagshell es ihm auch in die Augen scheine, demLichte der Wahrheit freien Einzug bei sich zu gestatten,rafft sich (U. B. puA. 5759) mit jenem alten, refutirtenSatze wieder auf, ja erklart es, gegen besseres Wissen undGewissen an, für einen Beweis der »greulichen Oberflächlich-keit meiner Exegese,« daß ich in dem ganzen Galaterbriefeauch nicht die entfernteste Hindeutung auf einen Rückfall derGalater in heidnischen Götzendienst, und in die bei diesemGötzendienst gebrauchlichen schandlichen heidnischen Lasterwolle erkennen können. > Der geneigte Leser wird gespanntseyn, die Argumente zu vernehmen, mit denen der Mann eineso harte Beschuldigung der galatischen Christen nicht minder,als meiner Exegese zu belegen haben werde. Hier sindsie. Vier an der Zahl. Erstes Arg.: »Alles sprichtfür meine Behauptung.« Zweites Arg.: »Ueberall, woHeidenchristen waren, hatten nach Ausweis der apostolischenBriefe die Apostel gegen das Gelüste der Neubckehrtcn nachihren kaum verlassenen heidnischen Genüssen zu käm-pfen.« Drittes Arg.: »In den galatischen Gemeinenwaren nun meistens Heidenchristen; und doch sollten blosin diesen heidnischen (!), der apostolischen Aufsicht ver-