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Mercantil-Memoiren aus der Türkei
Entstehung
Seite
16
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Wenn nun die in Rede stehenden Mäkler-Commis aus ihreneinsamen Wanderungen in Stambul Käufer für die unterzu-bringenden Gegenstände aufgefunden haben, so führen sie die-selben in's Depot ihres Prinzipals, wo ihnen die Waare gegenPromcffen ausgefolgt wird, welche dem gewöhnlichen Gebrauchenach 2 Monate clato ausgestellt werden.

Später wenn diese Frist nicht zugehalten wird, kassirt derMäkler den Betrag ratenweise ein.

Der Fremde in Cospoli, der hier die Mercantil-Weltkennen lernen will, muß sich diesen Mäkler-Commis anzuschließensuchen und kein Geldopfer scheuen. Die Armenier sind ge-wöhnlich die besten. Man begreift leicht, daß sie nur höchstungern einen Begleiter aufnehmen, wozu sie nur durch bedeutendeGeschenke zu bewegen sind, und selbst wenn sie endlich Bittenund Geschenken nachgegeben haben, so suchen sie Alles und Jedeszu verbergen, was dein Franken nur im Entferntesten einentieferen Blick in die Art und Weise, wie der Handel in Cos-poli getrieben wird, geben könnte.

Selbst Chefs von bedeutenden Handelshäusern, die in Perageboren sind, können sich selten allein in Stambul's Jrrgängenohne Begleitung dieser Mäkler zurccht finden. Jede Frage andie Begegnenden ist überflüssig, weil die Indolenz der türkischenBevölkerung sich so weit erstreckt, daß sie nur auf das ihnenunumgänglich Nothwendige für sie gar nicht zu Entbehrende ach-ten, und d. i. doch nur ihr Dseliibnlc, Pfeife, ihr Dütiiii, Tabakund ihr Oavs, Kaffee.

Zu einem kleinen Beweise mag dienen, daß ich in Stam-bul dicht an der hölzernen Flozbrücke, die nach Pera führt, eineganze Straße durchfragte; „es eristire keine Brücke", sagten Alle,indeß Jeder nach der alten gewohnten Ucberfahrt per Nachenzeigte, und doch eristirt die Brücke schon über 3 Jahre.

Spra ch e.

Durch die Unkunde der türkischen Sprache sind viele Han-delshäuser, selbst sehr bedeutende, der Verschlagenheit und den