Druckschrift 
Mercantil-Memoiren aus der Türkei
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Einleitung.

A8>er mit unseren Ansichten und Erfahrungen im Abendlandedie Levante beurtheilen wollte, würde ein so schiefes Urtheilfällen, daß das Bild dem Originale durchaus nicht mehr ähnlichsähe. Einstweilen als Rechtfertigung des Gesagten:

In der Levante steht kein christlicher Fremder hFrankc) untertürkischer Botmäßigkeit, — unter keiner Benennung zahlt erirgend eine Art Steuer an den Großherrn, — Postverbindungcnim Jnlande existiren nicht; — eine Art irgend etwas bekanntzu machen eben so wenig, ausgenommen das Ausschreien, woraufbeinahe kein Mensch achtet; die Straßen haben keine Namen, dieHäuser keine M>; der Begriff von unserem juridischen Mein undDein wird dort anders verstanden; unter der strengen Gerech-tigkeit im Abendlande wird im Oriente mehr die Stimme derBilligkeit begriffen; kein Grundbesitz eristirt für die Franken,ausgenommen auf den Namen einer Frau; kein Franke darf inStambul wohnen; die Christen-Vorstädte, Galata, Pera undDimitri sind ihnen angewiesen; so hat also auch kein Frankeein Gewölbe in der Hauptstadt Stambul, wo doch der Haupt-sitz des Debits aller Waaren ist; einzelne fränkische Häuser ausGalata haben jedoch unter Rajah's Namen irgend ein feuer-festes Entrepot zu Stambul, wo sie einstweilen die dort ein-gekauften Waaren hinlegen. Der Begriff vom Daseyn einesGewerbes, das bei uns die Lohnbedienten ausfüllen, eristirt nicht