Druckschrift 
Mercantil-Memoiren aus der Türkei
Entstehung
Seite
13
Einzelbild herunterladen
 

13

Für Beköstigung zur See muß täglich t Colonata bezahltwerden.

4. Das Bureau der russischen Dampfschiffahrt erpedirtwöchentlich 1 mal Briefe und Passagiere nach Odessa, solangeder Hafen dort nicht zugefroren ist, was gewöhnlich schon Nov.und Dez. erfolgt.

Pera.

Pcra, Sitz der Kanzleien der fränkischen Gesandtschaftenauf dem Plateau des. Berges, an dessem Fuße Galata undTopkana liegt. Zu Pera haben die meisten Kaufleute wegender gesunderen Luft ihre Privat-Wohnungen und machen jedenTag den Vr Stunde weiten Weg nach Galata hin und herzu Fuß. Der Berg von Galata nach Pera ist außerordentlich'steil und das Pflaster, noch von den Genueser Zeiten her, mehrals V-- Jahrtausend alt und nie reparirt. Ein aus Europakommendes Pferd schüttelt den Kopf und will nicht gerne hinauf,viel weniger noch herunter gehen; türkische Pferde aber, an diesegepflasterten Steingrubcn gewöhnt, betreten den Weg ohne Zö-gern. Bei Glatteis und Schnee im Winter ist dieser Wegnicht einmal für Fußgänger gefahrlos. Wer die alten gepflaster-ten Wege über den St. Gotthard kennt, kann sich die besteVorstellung von dem gepflasterten Berge zwischen Galata undPera machen; auch ist die Straße so enge, daß 2 Karren,wenn sie darauf fahren könnten, nicht im Stande wären, sichauszuweichen. Zuweilen steht man wohl Arabas, eine Art ver-goldeter und vergitterten Karren, von 4 Stieren gezogen, inwelchen die türkischen Harems-Weiber spazieren geführt werden,gleich den Menagerien in Europa. — Wegen diesen schlechtenWegen müssen auch alle Waaren, selbst die größesten und schwer-sten Fässer und Ballen, durch Menschen transportirt werden;dies geschieht an langen Stangen durch Lastträger, hier clmmalsgenannt.