(Matth. 27, 51), schied das Heilige von dem Aller-heil igsten, das 20 Ellen lang war und, seitdemdie Bundeslade bei der Zerstörung des ersten Tem-pels verloren gegangen war, leer stand. Das obereStockwerk des noch übrigen Tempelraums enthieltGemacher für die Priester und ihre Gerathe. Wieinwendig, so war auch auswendig das Tempelge-bäude mit Goldplatten bedeckt, die von der Sonnebestrahlt, das Auge blendeten; das Dach war mit gol-denen Spießen versehen, damit nicht aufsitzende Vögeles verunreinigten; wo die Wände nicht vergoldetwaren, da glänzten die weißen Marmor-Quadernund aus der Ferne hielt man den Tempel für eineschneebedeckte Bergkuppe.
Nach dieser Beschreibung der Stadt und desTempels kehren wir wieder zur Geschichte zurück. InJerusalem war eine ungeheure Volksmenge zusammen-geströmt, theils wegen des gerade einfallenden Passah-festes, theils hatten auch Viele aus dem flachenLande, vor den römischen Heeren Schutz suchend,sich dorthin geflüchtet. Abep die Partheien der Ze-loten wütheten untereinander noch immerfort; „eswar ein Aufruhr im Aufruhr;" Eleazar hatte mit2400 Mann den Tempel inne und unter den h.Thoren seine Waffen aufgepflanzt. Simon vonGerasa lagerte mit 15,000 Juden und Jdumaernin der Oberstadt und einem Theile der Unterstadtund Johannes von Gischala in der Mitte. Jedersuchte dem Andern einen Vortheil abzugewinnen.Blut der Bürger floß in reichen Strömen, ja ingränzenlosem Wahnsinn gegenseitigen Hasses zerstör-ten sie einander zu ihrem eigenen, größten Nachtheiledie Vorräthe an Lebensmittel, die für Jahre ausge-reicht haben würden, wodurch denn nachher dieHungersnoth so furchtbar stieg. Nachdem es demJohannes geglückt war, an dem Passahfeste sich mit