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der unglücklichen Stadt dahin gesunken. Die Jdu-maer, obwohl selbst wilde Söhne der Wüste, zogensich doch, entsetzt über die Graucl, die in der Stadtgetrieben wurden, wieder in ihre Gebirge zurück.Und die Zeloten, zu denen sich noch ein nichtswür-diger Mensch, Johannes, Befehlshaber von Gi-schala, nach der Eroberung Galilaa's durch dieRömer geflüchtet hatte, verübten nun die größtenSchandthaten; sie raubten, mordeten Manner undWeiber zum Scherz, und wehe dem, der sich unter-stand, die Leichen zu bestatten! Er siel unter ihrenSchwerdtern. Selbst als Weiber verkleidet, triebensie, um vollends Jerusalem zu einem Sodom zumachen, unnatürliche Wollust. Ja so entsetzlich sahes in Jerusalem aus, daß die unglücklichen Einwoh-ner den Simon von Gerasa, der mit einer Rau-berbande draußen vor dem Thore lagerte, mit seinenRaubern zu ihrer Hülfe hereinriefen.
Wahrend dessen zögerte Vespasian, auf Jeru-salem loszugehen und es vollends einzuschließen.Seinen kampfbegierigen Schaarcn antwortete er:„Gott lenkt diesen Krieg besser, als ich es verstehe;ohne Kampf überliefert er uns die Juden und ver-leiht uns einen Sieg ohne Schwerdtstreich. So langedie Feinde gegen sich selbst wüthen und sich durchAufruhr Verderben bereiten, lasset uns als ruhigeZuschauer dem Bürgerkrieg zusehen und uns nichtin den Kampf von Menschen einmischen, die sichselbst zerfleischen." *) Jedoch war ihm der Ruhmder Eroberung Jerusalems nicht bestimmt. Neroward 68 n. Chr. umgebracht, Galba und Othofolgten ihm, regierten aber nur kurze Zeit, und alsdann im Jahre 69 Vitellius sich des Thronesbemächtigte, ward Vespasian von seinem Heere
*) Josephus jüd. Krieg IV, 6, 2.