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Jerusalem, wie es war und wie es ist, oder seine Geschichte und sein jetziger Zustand : nebst e. Grundr. von Jerusalem
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er sich auf den Kaiser berufen hatte, nach Romgesandt. (Apostelg. 25 u. 26). Nach Festus Todefolgte ihm Albinus im Jahre 63 und dann imJahre 65 Gessius Florus. So böse Albinus war,so erschien er doch noch gut gegen Florus, der eineKreatur des schlechtesten Kaisers, des grausamenNero's, nicht mehr heimlich, sondern offenbar seineSchamlosigkeiten trieb, ganze Städte plünderte undunzählige Menschen zu Grunde richtete. Unter ihmbrach der Krieg der Juden mit den Römern aus,im Jahre 66 n. Chr., der mit der Zerstörung derStadt und des Tempels sich endete.

Diesem traurigen Untergange Jerusalems gin-gen bedeutungsvolle Zeichen vorher, wie der HerrLuc. 21,11 vorhergesagt hatte. Nach der Erzählungdes Josephus stand ein Gestirn in Schwerdtgestaltüber der Stadt und ein Komet blieb ein ganzesJahr am Himmel. Die östliche eherne Pforte aminnern Tempclvorhof, die Abends nur mit Mühevon 26 Mann geschlossen werden konnte, öffnetesich plötzlich von selbst in der 6ten Stunde der Nacht.Bor Untergang der Stadt sah man fern über derganzen Stadt Wagen und bewaffnete Schaaren durchdie Wolken daherziehen und die Stadt umkreisen.Am Psingstfest hörten die Priester Nachts im Tempelein Getöse vieler Stimmen, die da riefen: „Laßtuns von hinnen ziehen!" Ein noch merkwürdigeresVorzeichen aber gab sich durch einen Landmann kund,Namens Josua, der vier Jahre vor Ausbruch desKriegs nach Jerusalem zum Laubhüttenfest kam undmit starker Stimme ein Wehe über Jerusalem, denTempel und das ganze Volk ausrief und so schreiendTag und Nacht durch die Gassen der Stadt zog. jAngesehene Einwohner ärgerten sich darüber undließen ihn züchtigen, aber ohne zu klagen fuhr ermit gleichem Rufe fort. Er ward vor den Land-