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Jerusalem, wie es war und wie es ist, oder seine Geschichte und sein jetziger Zustand : nebst e. Grundr. von Jerusalem
Entstehung
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Indessen während Jerusalem noch öde da lagund die gefangenen Hebräer an den Wassern Baby-lons saßen und weinten, wenn sie an Zion gedach-ten, brach auch über Babel das Verderben herein,und sie, die in der Hand des Herrn eine Zuchtruthefür Sein Volk gewesen war, entging selbst nicht derverdienten Strafe. Die ungeheure Macht und Herr-lichkeit des babylonischen Reiches unter Nebukadne-zar verfiel schon gleich unter seinen Nachfolgern, bisBelsazar, sein Sohn oder Enkel, mit den verbün-deten Medern und Persern in einen Krieg gcricth,der 539 durch Eroberung der Stadt seiner Herr-schaft und zugleich seinem Leben ein Ende machte.Cyrus oder Kores, den Jesaias schon beinah 150Jahre zuvor als den Erlöser des gefangenen Volkesvorher verkündet hatte, war der Sohn des persischenKönigs Kambyses und der medischen KönigstochterMandane. Schon im Jahre 556 hatte dieser krie-gerische Jüngling in Verbindung mit seinem Oheim(Mutterbruder) Kyaxares, der in der Schrift Da-rius, der Meder, heißt, den Belsazar geschlagenund war bis Babylon selbst vorgedrungen. Vergeb-lich war es, daß Belsazar sich mit dem reichen Crö-sus, dem Könige von Lydien, verband; Cyrus be-siegte den auch im Jahre 549, und nachdem er dessenmächtiges Reich, sowie alle westwärts vom Euphrargelegenen Länder sich unterjocht hatte, schlug er 540aufs Neue den Belsazar und belagerte Babylon, die,wenn sie auch durch ihre ungeheuern Mauern undThürme unüberwindlich schien, er doch durch Listeinnahm. Er leitete nämlich den Euphrat, der mit-ten durch die Stadt floß, in nahe liegende See'enund Canäle und drang nun durch das trockne Fluß-bette mit seinem Heere in die Stadt, gerade in einerNacht, wo wegen eines Festes die Babylonier sichsammt ihrem Könige der üppigsten Schwelgerei hin-