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Jerusalem, wie es war und wie es ist, oder seine Geschichte und sein jetziger Zustand : nebst e. Grundr. von Jerusalem
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hatte. Da kam das Heer der Chaldaer (Babylonier)zum dritten Mal vor Jerusalem und belagerte dieStadt, in der die Hungersnot!) eine furchtbare Höheerreichte, bis endlich nach 18 Monaten, 588 v. Chr.am 9ten Tage des 4ten Monats Nebukadnezar indie Stadt drang und sie sammt dem Tempel ver-brennen ließ. Alle noch übrigen kostbaren Gcrathenahm er mit sich; den König Zedckia sing er leben-dig, und nachdem er vor seinen Augen seine Kinderhatte tödtcn lassen, ließ er ihn blenden und in Ket-ten nach Babel führen. Die vornehmsten Beamten"in der Regierung und im Heere wurden erschlagenund das übrige Volk gefangen weggeführt. (2. Kö-nige 25). . Da lag denn Jerusalem, die Schöne,im Schütte da und sie, die einst eine Fürstin unterden Heiden und eine Königin in Landen gewesenwar, saß jetzt da als eine arme, einsame Wittwe,und über ihren rauchenden Trümmern sang Jeremiasseine wehmüthigen Klaglieder und beweinte das Ver-derben seines Volkes, nachdem er vorher vergebliches zu warnen und zu bekehren versucht hatte. Diewenigen Ucbrigen, die als Ackerbauern und Wein-gartncr noch zurückblicken, standen unter dem baby-lonischen Statthalter Gedalja, einem Jsraeliten.Bald sammelten sich um ihn mehrere Hauptleute,die sich vor Nebukadnezar geflüchtet hatten, undJeremias lebte auch unter ihnen. Allein trotz deserfahrenen Strafgerichtes gehorchten auch diese Ue-briggebliebenen noch nicht dem Propheten des Herrn,der sie zum Gehorsam gegen den König von Babelermähnte. Vielmehr verschworen sie sich gegen Ge-dalja, tödteten ihn und flüchteten, die Rache Nebu-kadnezar's fürchtend, nach Aegypten, wohin ihnender immer noch warnende Prophet Jeremias folgteund auch da ihnen das Wort des Herrn zu verkün-digen nicht aufhörte. (Jerem. 40 — 44).