WlMSm 24. Oktober 1648 wurde die Urkunde des westfälischenFriedens zu Münster unterzeichnet, und der dreißigjährigeKrieg war beendet. Die wichtige Stellung, die der prenßisch-branden-burgische Staat seit diesem Frieden genommen, hätte auch einenminder kräftigen Fürsten desselben nicht mehr gestattet, sich von denHändeln der übrigen europäischen Staaten fern zu halten; undFriedrich Wilhelm märe unwillkürlich in den Strudel der Begeben-heiten gezogen und wider seinen Willen fortgerissen worden, wennihm die Kraft gefehlt hätte, seine Bahn nach weiser Erwägung zuwählen und mit festem Willen zu verfolgen.
Die Verbindung der Völker und Staaten war durch Handel undVerkehr, durch religiöse und politische Angelegenheiten zu eng ver-kettet, und die Bedürfnisse, deren Befriedigung nur durch wechsel-seitigen freien Austausch der Völker unter einander möglich, hattensich schon zu sehr gesteigert, als daß nicht jeder in Europa aus-brechende Krieg für jedes europäische Land von empfindlichen Folgensein mußte.
So fühlte man in der Mark die nachtheiligen Wirkungen desSeekrieges, der 1652— 1654 zwischen England und den vereinigtenNiederlanden geführt wurde, auf sehr empfindliche Weise, da derHandel gestört, das Getreide, schon ein wichtiger Ausfuhrartikel,wenig Abnahme fand, und dagegen die Heringe nebst andern Waren,die vom Auslande eingeführt wurden, ausblieben und zu hohenPreisen stiegen.