Kurfürst Georg Wilhelm.
Von der Parteien Gunst und Haßverwirrt,
Schwankt sein Charakterbild in derGeschichte.
<?H>KMls Georg Wilhelm 1t>19 die Regierung antrat, hatte sichschon im fernen Lande der Kriegssturm erhoben, der —ciir dreißigjähriges Trauerspiel —, bald auch die Mark bis insTiefste erschüttern sollte.
Es ist nichts falscher, als diesen Fürsten, wie es von den meistenSchriftstellern geschehen, wegen seiner politischen Unselbstständigkcit,seiner Unterwerfung unter Schwarzenberg und seines Schwankenszwischen den kriegführenden Parteien schonungslos zu verdammen.Ihn richtig zu benrtheilen, muß man sich in seine Zeit versetzen undbedenken, wie sein Land allseitig von den Feinden bedrängt wurde.Daß er nicht zu den starken, entschlossenen Charakteren gehörte —gewiß; aber ihn direkt in seiner Zeit stehend schildern, in dieser soentsetzlichen aller Zeiten — das bringt ihn uns menschlich näher undläßt ihn in milderm Lichte erscheinen.
Noch bei Lebzeiten seines Urgroßvaters Johann Georg wardKurfürst Georg Wilhelm am 3. November 1595 zu Berlin geboren.