102
gelangten wahrscheinlich ganz, wenigstens zum grössten Theileauf dem vorbeschriebenen Wege nach Darmstadt. Davon erhieltim Herbste 1803 die französische Kegierung 14 Verschlage, dienach Aachen und von dort zum Theil nach Coblenz versandtwurden; einiges andere erhielten die vier Theilungsfürsten (2Kisten gingen am 3. Mai 1804 nach Wiesbaden), während25 Verschlüge in Darmstadt als Gemeingut blieben und dortnoch jetzt theilweise im Archive des Ministeriums deponirt seinsollen. Das von Arnsberg nach Darmstadt Herübergenommenewird damit vereinigt worden sein. Von den Arnsberger Restenholten die Franzosen im Jahre 1812 ebenfalls einen Theil nachAachen, 6 Verschlage mit Domarchivalien und 4 Verschlage(offenbar die oben genannten) mit dem Archive des S. Cuniberts-stiftes und „ein grosses Fass mit Rapieren“, wohl das nämliche,welches bei den Auffindungen im Jahre 1803 als Rapiere deskölnischen Seminars enthaltend angesehen wurde. Von diesemletzteren haben sich aber nur 7 kleine Convoluto und ein Re-gisterband vorgefunden, und statt der zwei oben mitbenanntenVerschlage aus dem St. Georgsstift gegen 300 Urkunden undandere einzelne Schriftstücke dieses Stiftes. Dass das Neusser Ar-chiv schon 1803 nach Darmstadt ging, wurde bereits gemeldet,und ist davon bis jetzt nie wieder etwas zum Vorschein gekommen.Was die Franzosen in das Departementalarchiv zu Aachen an-gesammelt hatten, ist später über Cöln nach Düsseldorf über-tragen worden, und hat sich seitdem in dem dortigen Provin-zialarchiv mit weiteren Resten von Arnsberg und Rücküber-weisungen von Coblenz, dann aber durch periodischen Eintauschund Rückgaben von Darmstadt, zu welchen man dort seit demgewonnenen Prozesse willfähriger wurde, die Vereinigung einerArt wiederhergestellten sehr umfangreichen Domarchivs gebildet,in welchem u. A. auch die oben bereits genannten alten Copial-bücher *) und beinahe vier Jahrhunderte zurückgehend die Ka-pitelsprotocolle (die letzten mit den bezeichneten Lücken) sich
*) ‘Ein zweites^Exemplar des Cartulars hat Herr Archivar Dr. Ennendurch Ankauf aus dem Privatnachlasse des Arnsberger Archivars Hüser fürdas stadtkölnische Archiv erworben.