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selbst aber (das Vorgefundene war ja nur eine fehlerhafte Ab-schrift) dürfte nach seinem Inhalte sehr alt. und die Aufschriftvielleicht spätere Zuthat gewesen sein. Betrachtet man diesenInhalt jedoch näher, so stellt sich derselbe keineswegs als eine„pars catalngi“ der Bibliothek seihst, wie Gelenius voraus-setzt, sondern nur als eine Reihe von notirten Ausleihungenaus derselben dar; daher auch einzelne Büchertitel wiederholtverzeichnet erscheinen. Ja nicht einmal, dass dieses Bruchstückeines Bibliothekar-Journals sich an die kölnische Sammlungüberhaupt anschloss, ist weiter als dadurch dokumentirt, dassin den Büchertiteln allerdings eine Anzahl solcher Stücke deut-lich wiederzuerkennen ist, die noch heute der Harzheim’scheKatalog wiedergibt. Die Sammlung wird vielmehr als eine vonBischof Wenilo von Laon unter Beihülfe Hildebold’s ange-legte bezeichnet, und kennt auch das Verzeichniss als Besitzerüberall nur einen „Episcopus“, obwohl die Aufschrift den köl-nischen Archiepiseopus hervorhebt; ein ..Baldericus Episcopus“ist überdies Köln völlig fremd und die übrigen notirten Namennicht weniger. In den Kapitularien steht zum Jahre 858 dieUnterschrift „Ililduinus Abba“, den das Verzeichniss ebenfallshat, neben der des damaligen Bischofs Ilincmar von Laon. Diesekennen zwei Bischöfe des Namens Wenilo, wovon um die Zeit840—860 der eine Erzbischof von Sens, der andere von Rouenwar. War einer derselben vorher Bischof von Laon, und vorseiner Erhebung, wie es so oft der Fall war, unter der Geist-lichkeit der Hofcapelle im Dienste des archicapellanus Ilildeboldund damit in der Lage gewesen, sich mit dessen Hülfe aus derIlofbibliothek eine Abschriften-Sammlung anzulegen? SolcheYermuthung findet sprechenden Anhalt darin, dass bekanntcr-massen auch zu Laon eine Sammlung alter Handschriften aus Karo-lingischer Zeit wirklich bestanden hat. Ist dieser doch die Sammlungder Eginhard’schen Briefe zu verdanken, deren codex die beiden
auf Fiskalgrund begonnenen kölner (Iliklebold’scheu) Domban auch die ge-schenkte Bibliothek an dieser dankbaren Aufmerksamkeit der „presbyteri s.Petri “ gegen ihn ihren Antheil hatte. Gelenius weiss von einem Steinbruchezu „Kreile“, den auch die Stiftsherren von St. Gereon dem Kaiser iiberliessen.