Druckschrift 
Das Schicksal der im Jahre 1794 über den Rhein geflüchteten Werthgegenstände des Cölner Domes, insbesondere die Zurückführung der Manuscripten-Bibliothek : aktenmäßige Denkschrift
Entstehung
Seite
52
Einzelbild herunterladen
 

52

V-

<;

l

hatte sich dieselbe damals in einem alten Tlnirme an der Nord-ostseite des im Neubau begriffenen Domes befunden. Späterwar ein gewölbter Einbau gegenüber dem von unten auf gezähl-ten achten Pfeiler des Nordschiffes, da wo jetzt in dem nord-östlichen Kreuzwinkel der neue Einbau eingefügt ist, im An-schlüsse au die nach und nach ebenfalls eingegangenen übri-gen Räume des Kapitelhauses ihre Stelle gewesen. Im Jahre1814 fand sich, dass Alles bis auf die letzte Spur aus den Ge-wölben verschwunden war. Auf die erste Nachricht, dass einguter Theil des früheren Inhaltes in Darmstadt sei, begann derköln. Ober-Präsident Graf von Soj.ins-Laubach im Jahre 181Gdie Aufsammlung der Grundlagen für eine Reclamation, und setztedieselbe bis zu seinem im Jahre 1822 erfolgten Tode in einerWeise fort, welche in den darüber noch vorliegenden und zudieser Darstellung mitbenutzten Akten den hervorragendenEigenschaften dieses ersten preussischen Oberbeamten in Cölnein höchst ehrenvolles Denkmal hinterlassen hat. Schon dienächste Nachforschung, was man sich unter dem früheren In-halte der Dombibliothek zu denken habe, fand er ausserordentlicherschwert. Alles, was man ihm darüber schon damals nur nochmitzutheilen wusste, beschränkte sich auf den im Jahre 1752gedruckten Harzheimschen catalogus coditum biblioihecae Eccl.Metropolitanae, coloniensis, worin unter Wiederholung der con-stanten Tradition über die zur Zeit Carls des Grossen und unterMithülfe dieses culturbeflissenen Fürsten von dem ihm eng be-freundeten Erzbischöfe Hildebold ausgegangene Gründung sich209 Codices mit 261 Handschriften aufgczählt fanden, davon11 mit ausdrücklichem Vermerk über diesen Ursprung; ein-zelne sollten sogar Hiklebolds*) eigenhändige Nach- und Unter-schrift tragen; darüber hinaus wusste Niemand etwas anzugeben.Dass nach Aufzeichnungen über die Ausräumung im Jahre 1794-vergeblich gefragt wurde, wissen wir schon. Nach allen Seiten,wo von damals noch lebenden Personen aus eigener Wissenschaft

*) Die alten Urkunden schreiben durchweg ,,llildibaldus die späteren llildeboldus, Karl selbst nennt ihn in seinen uns erhaltenenBriefen/ü7f