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nicht! Frankreich wäre ja nach weit gefährlicher geworden, Frankreich,das bereits fest in Italien stand. lind so kam der Papst ans denschönen Einfall, mit Heinrich VIII. von England zn gehen. Der warnatürlich auch „ans dentschem Stamme". Aber Heinrich VIII. gingsehr vorsichtig zn Werke. So kam er zn nichts, nnd der Papst anchnicht. Was wollte der überhaupt? Das Reich der Mcdiceer inItalien. Das war der Gedanke des Papstes. Alle Mächte also, dieans Italien spekulieren, muß man gegen einander beschäftigen. Zuletztbegünstigte der Papst die Kandidatur des Kurfürsten Friedrich vonSachsen. Der Papst nnd Sachsen! Als ob es noch gar keinen Luthergegeben hätte, der bei seinem sächsischen Kurfürsten einen so gnädigenHerrn gefunden gegen die ihm verderbendrohenden Absichten des Papstes!Man mnß zugestehen, dieser Papst ließ sich in seiner Politik nicht durchreligiöse Fragen irre machen.
Habsbnrg gewann das Spiel. Die Anhänglichkeit des Volkesan Maximilian übertrug sich ans seinen Enkel, der wenigstens einendeutschen Namen geerbt hatte. Die Ritterschaft stand für Karl ein,das Großkapital arbeitete für ihn. Ja, die Erregung, welche dieNation seit dem Auftreten Luthers durchlief, die gestärkt wurde durchden Fall der Stadt Reutlingen, die Vertreibung Ulrichs von Württem-berg, die Rüstungen nnd Intrignen der Päpstlichen nnd Franzosen,schien ein neues Lebe» gebären zn wollen. Plötzlich waren für Habs-bnrg Heere zn haben. 11 <M) Mann standen unter dem BefehleSickingens nnd Frnndsbergs, die Wahlstadt Frankfurt gegen dieFranzosen zn schützen. Eine gewiß merkwürdige Erscheinung, wennnur bedenken, wie sich Maximilian sein ganzes Leben lang hatte ab-plagen müssen, um einige tausend Mann ans die Beine zu bringen.Aber sollte das anch nicht für Janssen nnd seine Meinnngsgenvssenüberzeugend darthnn, daß die Pläne nnd Kämpfe Maximilians demdeutschen Leben fremd geworden waren, daß man sich den Ordner desdeutschen Reiches im Volke anders vorstellte, als es in den KreisenMaximilians, als es in denjenigen der „litterarischcn Stinnnfiihrer"der Nation geschah? — Karl wurde gewählt, das Volk jauchzte ans,„als ihm der Name König Karls verkündigt wurde." (S. 586.) Esjauchzte bekanntlich zn früh, denn noch viel weniger als der roman-tische Großvater verstand der romanische Enkel die Sprache desdeutschen Volkes.