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verrät uns Janssen nichts. Das Papsttum hatte sich der Kraft unseresVolkes bedienen wollen, zur Weltherrschaft zu gelangen. Unsere Krafterreichte eine Grenze, da schwenkte das Papsttum ab, und wandte sichdem zu, der mehr bieten zu können schien, den Franzosen. lind daß nunderen bisher bon uns zurückgehaltenes Leben sich zu entfalten suchte,daß die junge Kraft Frankreichs die ältere abnehmende Kraft desReiches zu Pcrdrängen und zu beschneiden suchte, kann uns um soweniger wundernehmen, als das Leben Frankreichs, als seine Kulturjene innere Kolonisiernng erreicht hatte, die uns versagt blieb, nurdas nimmt uns wunder, wie ein deutscher Geschichtschreiber die Faden-schcinigkeit des mittelalterlichen Kirchenideals, die bei dieser Abschwcnk-ung des Papsttums so offen zu Tage tritt, nicht zu erkennen, sondernsich für diese heute noch zu begeistern vermag, lind mag dazwischenauch einmal ein einsichtiger Papst meinen: „die französische Nationtrachte nach dem Ilmsturz der kaiserlichen und päpstlichen Macht undwolle den ganzen Erdkreis ihren Geboten unterwerfen" (S. 499 f),so hält diese Erkenntnis nicht allzulange vor. Darin aber geben wirJanssen recht, daß Kaisertum und Papsttum zusammenstanden und-fielen, man erkannte wohl dunkel, was die Kirche an Deutschlandgehabt und verloren, aber wir müssen nach Janssenscher Anschauungs-weise hinzusehen: verloren durch ihre „Schuld". Denn wer hat dieZüge der Deutschen nach Italien unmöglich gemacht? Wer hat jedenerrungenen Erfolg sofort wieder in Frage gestellt? Wessen unbemesseneHerrschsucht hat alle Kraft, alle Mühe und alles Blut der Deutschenin den Staub getreten? —Janssen erzählt, wie sich Italien nachdemKaiser sehnte, wie ein Dante den deutschen Kaiser als Erlöser begrüßte,wie ein Petrarca den Kaiser Karl IV. herbeirief und ihm „die Be-ruhigung Italiens" als „heiligste und schönste Aufgabe" hinstellte.Und zu was hatte sich eben dieser Karl IV. dem Papsttum gegenüberverpflichten müssen, zu was hatte dieser Romanoslave sich wirtlich ver-pflichtet? Die Bedingungen, unter denen die Kurie 1346 seinerKönigswahl zustimmte, gaben die Stellung des Reiches Pollkommcnpreis. Die Gesetze Ludwigs des Bahern sollten aufgehoben sein; derdeutsche König sollte nach seiner Wahl erst zur Krönung zugelassenwerden, wenn er vom Papste bestätigt sei. In Italien verzichteteKarl ans Neapel, Korsika, Sizilien, Ferreira; er erkannte den Papstim voraus als Schiedsrichter in allen zwischen dem Reich und Frank-