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Glaube die Kraft, ungeheuer humorvoll über all den Blödsinn, dervon Neichsfrennden und Neichsfeiudeu tagtäglich produziert wird,hinwegzusehen und in dem Glauben a» die Zukunft meine Arbeitund Aufgabe mit frohem Gemütc zu vollziehen. lind wenn nunJanssen meint: „Hätte die Kirche den Humor unterdrücken wollen, sowäre ihr das bei ihrer großen Macht ein Leichtes gewesen", so be-zeugt er damit doch nur das Gegenteil, daß die große Macht derKirche selbst bis heute nicht ausgereicht hat, den Humor über-haupt und den Janssenschen besonders zu unterdrücken. WelchesMittel gibt es denn dazu? Entweder man läßt die Menschen wachsen,solvent die Energie dieses Wachstums und ihr Humor reicht, oder manzieht eine Schnur in gewisser Höhe und haut alles, was darüberhinaus will, einfach ab. Diese Schnur nun war von der Kirche ge-zogen, wie Janssen bezeugt. „Weil sie den ganzen Menschen mit allseinen Bedürfnissen und Strcbnngen umfaßte, so ließ sie jeder berech-tigten Entwicklung Raum und gewährte volle Freiheit der Meinungs-äußerung, wenn nur nicht der Glaube als solcher und sieselbst als Hüterin des Glanbens angegriffen wurde."Hier ist die Schnur, und ob die Kirche nun das Henkeramt über-nommen und ausgeübt, ob sie versucht hat, alles abzuschlagen, wasdarüber hinauswollte, wollen wir hier nicht untersuchen.
Weit besser als die meisten bisher liest sich Janssens Schilderungdes Volkslebens. Das Bild wird bunt und bewegt durch die kleinenZuthaten, die der Historiker ans der Garderobe und Kostümkammerjener Zeit hervorholt.
Was die Darstellung des musikalischen Lebens jener Zeit betrifft,so können wir nur raten, »eben Jansse» einmal die betreffenden Pa-rallelkapitel in Naumanns Musikgeschichte zu studieren, so das elftedes ersten Bandes: „Die Apostel der Niederlande", dann die Ein-leitung znni dritten Buche „Geschichte der Tonkunst vom Zeitalter derNenaissanec bis in das Zeitalter des Roceoeo", die „Tonkunst unterden Einwirkungen entgegengesetzter Knltnrströmnngen" und namentlichdas zwölfte Kapitel: „Luther und die protestantische Kirchenmusik".Wir begegneten da zu nnserni Erstannen fast wörtlich den gleichenAusführungen, welche wir oben bei Besprechung der Baukunst nieder-schrieben, und es möchte doch kaum als willkürliche subjektive Deutungbezeichnet werde» können, wenn unabhängig von einander zwei Er-