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Du gewißlich mit köstlicherer Laugen gewaschen worden weder er?Oder bist Du mit Malvasier, er aber mit Wasser getauft worden?O du Gewaltnarr, meinest Du, daß Dir darum das Schwert in dieHand gegeben sei, die llntcrthanen damit umzubringen, und nicht, daßDu sie beschützest und beschirmest?^" — Wir haben hier nur zu fragen,ob Geiler diese Apostrophe in einer Rede oder in einem Briefe aneinen solchen Gewaltnarren direkt gerichtet hat, oder aber, ob er siebor der Allgemeinheit ins Allgemeine hinansrief? — Das letzte istder Fall, und damit überließ er es jedem im Publikum, sich seinenGewaltnarren zu suchen, er ward damit zum demokratischen Agitatorund das „O Du Gewaltnarr" ward sicher besser behalten bon derMenge, als alle seine theoretischen Ermahnungen. Also Geiler weistin die Zukunft. Die Bewegung der Demokratie setzt hier ein. Wiesie verlaufen wird, weiß weder Geiler noch sonst einer seiner Freunde.Es ist auch vollkommen gleichgültig. Sie wird laufen, wie und so-weit sie kann — gegen die Gcwaltnarren.
Wir wenden uns nach Tübingen zu dem „Geistcsgenossen undFreund" Geilers, zu Gabriel Biel. Janssen betont wieder, die TübingerUniversität habe „ihre erste Glanzperiode vor dem Ausbruch derKirchenspaltung den scholastischen Theologen" verdankt. Nun, es gabeben einstweilen noch keine andern. Es mußte erst dahin kommen,das fortschreitende Geistesleben von der Scholastik loszureißen, esmußte erst der Zwang der Notwendigkeit den Gedanken an Trennungvon der Kirche in Deutschland erwecken, ein Gedanke, der all diesengnlen Träumern so vollkommen fern lag, daß selbst ein Luther sichmit der furchtbarsten Anstrengung ihm in den Weg warf. Die Kirchemitzureißen, war das Streben aller, und erst als sich die Impotenzder Kirche, mitzugehen, klar erwies, trat die Trennung ein. DieNotwendigkeit war eben stärker, als alle romantischen Ideale. Siezerschmetterte diese Idee, wie einst ein Bonifazins die Götzenbilderder alten Germanen zerschmetterte. Gabriel Biel war Nominalist.„Er ist zugleich einer der wenigen, denen es gelang, ans nominalistischerGrundlage ein System der Theologie aufzurichten, dessen kirchlicheOrthodoxie von katholischen Theologen nie angegriffen worden ist."Nun, das klingt wieder sehr schön, aber der Theologe, der Falschspieler,hat seine Finger im Werke. Der Gegensatz des Realismus und No-minalismns hatte seine aktuelle Bedeutung bereits verloren. Andere
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