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können und unfehlbar gebracht hätte, verschloß, weil sie unfähig war,einen neuen Lebcnsprozeß durchzumachen. Und so ist es denn dasSchicksal aller deutschen Theologen katholischen Glanbens, ans ihrgeistiges Zcngungsverwögen zu verzichten, da die Kirche unfähig ge-worden ist, ihren Gcistcssamcn zu empfangen und als gesunde Lebe-wesen zu gebären. Wohin dieser Zwang zum geistigen Coclibat führtund führen muß, mögen andere untersuchen. Zum Heil der Völlerführt er auf keinen Fall.
Ich mache im Vorübergehen hier darauf aufmerksam, daß Janssensich ans das Urteil des Erasmus über Zasins beruft: „Zasins ist einseltenes Beispiel alter Sitte und alter Tugend. Dabei ist sein Wandelvon echt christlicher Reinheit: Niemand scheidet von ihm, ohne durchsein Gespräch zu größerer Frömmigkeit erwärmt zu werden. Ich habein Deutschland niemand gesehen, der edler und reiner wäre. Er istein großer Mann, wie Deutschland wohl keinen zweiten besitzt: wenneiner, so ist er der Unsterblichkeit wert." (S. 92.) Wenige Seitenweiter führt uns Janssen mit den Worten des Erasmus in Baselein. Von der großen Zahl der Gelehrten wollte Erasmus gar nichtreden, aber von wie ungewöhnlicher Art sie seien. „Es ist niemand,der nicht Lateinisch kann, nicht Griechisch versteht; auch Hebräischwissen die meisten. Dieser ist ein ausgezeichneter Historiker, jener eineifriger Thcolog, noch einer ein erfahrener Mathematiker; der treibtdas Studium des Altertums, jener der Rechtswissenschaft. Wo findetman Ähnliches sonst? Ich wenigstens habe bis jetzt noch nicht dasGlück gehabt, an einem schöneren Zusammenleben teilzunehmen. Undwas noch mehr in das Gewicht fällt, ist die Reinheit der Gesinnungbei allen, die Heiterkeit des Verkehrs und besonders die Eintracht." —Wir fragen Janssen, ob es wohl möglich ist, zugleich so für allesGute und Schöne, wo und von wem immer es geboten wird, em-pfänglich zu sein, so für alle Sitte und Tugend, acht christliche Rein-heit und Reinheit der Gesinnung sich zu begeistern, und dabei dochein solches Charaktcrschcusal zu sein, wie dieser gleiche Erasmus vonJanssen später dargestellt wird? — Es wird sich die Gelegenheitbieten, hierauf zurück zu kommen.
In Basel nun begegnen wir außer einem Hepnlin von Steinund manchen andern hervorragenden auch den beiden Männern, dieunsere Aufmerksamkeit etwas in Anspruch nehmen: Sebastian Braut