Druckschrift 
Johannes Janssen und die Geschichte der deutschen Reformation : eine kritische Studie
Entstehung
Seite
6
Einzelbild herunterladen
 

6

daß von den Hiutenstehenden einfach nachgedrängt Wied, vollzieht sichan der Spitze die Spaltung. Der eine fliegt hier, der andere dorthinaus, und es wird unmöglich, ein festes Ziel fest im Auge zu be-halten. Die den getrennten Führern Nachfolgenden verlieren alsodie Verbindung unter einander. Es vollzieht sich eben die Spaltungauch für die Allgemeinheit, für das Volk. Das bedarf der Korrektur,und diese Korrektur wird nur dadurch möglich, daß sich einzelne vonder Allgemeinheit lostrennen und unabhängig, für sich allein vorwärtseilen, das Vorland erforschen, Pfade suchen und bahnen, und wennsie an einem höhereu Punkte die Möglichkeit einer Umschau erreichen,rückwärts eilen, diesem und jenem Meldung machen, die dann wiederan die gespaltenen Heerhanfen zurückberichten und ihnen aus demIrrgang die Richtung weisen, in der sie zu diesem NuMlMpuukteund damit zur Vereinigung geführt werden.

Wir haben uns nun zur Aufgabe gestellt, von den angedeutetenGesichtspunkten ans die Stellung Janssens zur deutschen Reformationeiner kritischen Prüfung zu unterziehen. Diese Arbeit könnte nach denAuseinandersetzungen Janssens mit seinen Kritikern als überflüssig er-scheinen. Allein wer diese Kritiken und Janssens Erwiderungen miteinem Blicke prüft, kommt zu dem Bewußtsein, daß es sich hier nichtvorwiegend um falsche Anwendung oder Deutung geschichtlicher Doku-mente handelt, sondern daß ein tiefgehender Riß in der prinzipiellenAnschauung die Gegner trennt. Ebenso konnte man, wenn man denrein wissenschaftlichen Standpunkt ins Auge faßt, sagen, die Sachesei erledigt. Trotz des Versuches Janssens, die wissenschaftliche Forsch-ung von ihrem bisherigen Wege abzuleiten, mußte man gestehen, daßdiese nicht um Haaresbreite von ihrer Richtung gewichen ist. Wennmau aber neben der wissenschaftlichen Frage daran festhält, wasJanssen in seinem Vorworte verkündigt,eine im edleren Sinne po-pulär gehaltene Darstellung der deutscheu Geschichte" gebe», also ansdas Volk direkt wirken zu »vollen, so muß man erwidern, daß dieSache noch lange nicht erledigt ist, zumal die große Zal der Auflagen,welche Janssens Buch in kurzer Zeit erlebte, davon Zeugnis gibt, daßer mit seiner Anschauung den mannigfaltigsten Widerhall geweckt hat.Das Volk ist beteiligt, und dem Volke gleicherweise etwm> zu bieten,haben wir mit dieser Arbeit im Auge. Aus sich heraus mnß JanssensBuch beurteilt werden, dessen Bemühen war, wie er selbst sagt,die