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Goethes Stammbäume
Entstehung
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142
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II. Das Geschlecht des Dichters Goethe.

Natur, einem studentischen Treiben und der Liebe zu der schonversagten Lotte, die ihn wieder einen schweren Seelenkampfkostet. Aber obgleich er dort den Juristen an den Nagel ge-hangen hatte, nimmt der Vater den auf einem Umwege mitMerck, dessen Frau und Knaben nach Frankfurt Zurückkehren-den mit aller Freundlichkeit auf und bewirtet die DarmstädterGäste mehrere Tage, und auch Kestner, der Verlobte Lotteus, dender Advokat I. G. Schlosser, der Liebhaber von GoethesSchwester, einführt, ist hier willkommen, ja man wünscht,Lotten selbst zu sehen. Der ernste Vater mußte freilich überdie tolle Liebe zur Braut eines Freundes, die noch immerWolfgang beunruhigte, den Kopf schütteln. Gleich darauf treibtdieser wieder Allotria, während Schlosser, redlich auf dieGründung seines häuslichen Glücks bedacht, um die Hand derSchwester bittet. Nach so vielen Enttäuschungen, die Wolf-gang dem Vater bereitet, war es diesem eine Wohlthat, endlicheinmal einen Herzenswunsch erfüllt zu sehen, die Versorgungseiner väterlich geliebten, keineswegs, wie es „Wahrheit undDichtung" darstellt, von ihm gedrückten Tochter. Am spätenAbend des 8. Oktober schreibt Goethe an Kestner: „Unserebeiden Verliebten sind auf dem Gipfel der Glückseligkeit, derVater ist unter höchst billigen Bedingungen zufrieden." Cor-nelia sollte als Aussteuer 1350 und jährlich die vierprozentigenZinsen von 10 000 Gulden erhalten. Schlossers Anstellungin Karlsruhe stand in sicherer Aussicht; gleich nach diesersollte die Heirat erfolgen.

Nach wie vor trieb der Bruder die Praxis als Neben-sache. Wie scharf sich innerlich der Gegensatz zwischen Sohnund Vater zugespitzt, zeigt eine Äußerung Wolfgangs an Kestnerüber einen Brief des Vaters, den er in Friedberg erhielt, woer einiges Geschäftliche zu besorgen hatte. An Kestner, dener eben in Wetzlar besucht hatte, nicht ohne sich wieder an