Worreöe.
Es ist mehr als Neugier, es ist reiner, liebevoller An-teil, wenn wir von der leiblichen Herkunft geistiger Größenin Leben, Kunst und Wissenschaft nähere Kunde wünschen,wie wir von der eigenen Vorsahren Bein und Leben wissenmöchten, wie man von jeher die Ahnenbilder gern umsich versammelt hat, ja die einst die Welt beherrschendenRömer ließen selbst die Toten aus dem letzten Wege vonihnen begleiten. Dieser Trieb ist so natürlich, daß er auchohne die Absicht besteht, in den Ahnen Ähnlichkeiten undvererbte Eigenheiten zu entdecken. Von Goethes Lebenwissen wir so viel, daß wir auch in seiner Familie hei-misch zu werden verlangen; besonders seit das Bild seinerWutter so mächtige Anziehungskraft in weitesten Kreisengewonnen hat. Ragen ja auch die beiderseitigen Verwandtennoch sehr weit in des Dichters Leben hinein, so daß die Kundevon ihnen die lückenhafte Darstellung in „Wahrheit undDichtung" glücklich ergänzt und berichtigt.
Rterkwürdig ist es, daß sein väterliches und mütter-liches Geschlecht, das eine aus dem Norden, das andereaus dem Eüden, beide Anhänger der vor hundertundsiebzigfahren die Geister befreienden Lehre des Lohnes des thü-ringischen Bergmanns, fast zu derselben Zeit in die Nähe