Johann Kaspar Goethe. 1754—1756.
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Hand anzulegen. Längst vor dem Ende des Jahres war derHausbau vollendet, da der Bauherr ihn mit rastloser Thätig-keit betrieb. Mit welcher peinlichen Genauigkeit er alles ein-zeln beachtet hatte, zeigen die noch erhaltenen Baupapiere.Sehr unangenehm mußte es ihm sein, daß sein Halbbruderin diesem Frühjahre ein höchst unliebsames Aufsehen durch dierechtswidrige Erhebung der Salzaccise erregte, die er von derStadt gepachtet hatte. Der Bürgerausschuß und das Kol-legium der Neuner beantragten deshalb beim Rate eine ander-weitige Verpachtung, die auch nach der von der Rechenei an-gestellten Untersuchung beschlossen und dabei bestimmt wurde,daß der neue Pächter auf eine gemessene Instruktion handtreu-lich verpflichtet werde.
Nach dem Hausbaue, der eine Zeit lang zur Unterbringungder Kinder bei Freunden genötigt hatte, wurde der vom Batergeleitete, zeitweise unterbrochene Unterricht um so eifriger wie-der aufgenommen. Auch mußte der Knabe, der jetzt eine eigeneStube in der Mansarde erhielt, bei der Aufstellung der Bücherund beim Aufhängen der bisher im Hause zerstreuten Gemäldein einem besonderen Zimmer helfen und im Sommer mit derSchwester das mühevolle Bleichen der vielen durch die Längeder Zeit verunreinigten Landkarten und Prospekte besorgen,damit diese an den neuen Wänden wieder ihren Platz findenkonnten. Leider hatte am Anfange des Jahres die Familieden Verlust des zweiten, nach dem Tode der Großmutter ge-borenen Mädchens zu betrauern. Der Bater, dem sein Haus-bau so gut gelungen, war sonst behaglicher als je. Mit be-sonderer Wonne bemerkte er die hohe Begabung des frühreifenKnaben, dem alles leicht wurde, weshalb er auch manche An-forderung an ihn stellte, die einen minder beanlagten Jungenzu sehr angestrengt haben würde. Doch hielt er ihn nurstundenweise zum Lernen an, gestattete ihm manche Freiheit,